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Lesebuch für die deutschen Primarschulen des Kantons Graubünden : 4. Schuljahr / [P. Conrad und A. Florin] ; hrsg. vom Kleinen Rat
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stellte sich dem Vogt das Weib eines armen Taglöhners in denWeg. Dieser schmachtete eines kleinen Vergehens wegen schonfünf Monat im Gefängnis der Burg. Sein Weib und seine vierkleinen Kinder waren dadurch ihres Ernährers beraubt und littenHunger und Mangel. Das unglückliche Weib bat den Landvogtum Gotteswillen, ihren Mann endlich frei zu lassen. Sie zeigtedabei auf ihre blassen, hungrigen Kinder. Gehler jedoch bliebungerührt. Mit barschen Worten forderte er die Arme auf, ihmaus dem Wege zu gehen. Die Unglückliche aber warf sich ver-zweifelt vor die Hufe seines Rosses und rih auch die Kindermit sich zur Erde. Gehler geriet über die Verzögerung seinesRittes in höchsten Zorn. Er rief:Ich bin noch viel zu gutgegen dieses freche Volk. Aber es soll anders werden." Dabeizog er die Zügel an, um das Pferd über das Weib und dieKinder zu treiben. Zn diesem Augenblick traf der Pfeil Teilsdas Herz des Wüterichs. Er stürzte vom Roh und war tot.

2. Teil lief nach dem Schuh behend wieder des Wegeszurück, den er gekommen war. Von Brunnen wurde er durcheinen, der auch im Bunde war, eilends in einem Schiff nachUri geführt. Dort hielt er sich verborgen. Doch berichtete erschnellstens dem Walter Fürst und andern Bundesgenossen, wieer den Landvogt erschossen. Das wurde auch den Eidgenossenin Unterwaiden schnell heimlich kund getan.

16. Wie die Landvögte Kaiser Albrechts aus den dreiWaldstätten vertrieben wurden.

a) Die Eroberung Rohbergs.

1. Am Neujahrstag 1308 hatten die von Unterwalden denPlan gemacht, wie sie die starken Festen Sarnen und Rohbergerobern wollten.

2. Aus der Feste Rohberg, die nid dem Kernwald zwischenStans und Ddwil auf einem hohen Hügel lag, war eine Dienst-