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Fünftes Schulbuch für die Primarschulen des Kantons Schwyz / im Auftr. des Erziehungsrates redigiert
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einfiel; er malte mit bunten Steinen oder sehte allerlei Figurenaus Blumenblättern zusammen; ja eines Tages suchte er gar dieMutter Gottes darzustellen. Im Schatten eines Baumes begann erwohlgemut das große Werk. Er häufte weißen Sand auf undebnete ihn zu einer Art runder Tischplatte, die er mit gelbenBlumenblättern dicht als Untergrund belegte, während Lorbeer-blätter, zum Kranze gefügt, den Rahmen dieser Fläche darzustellenhatten. Und nun begann die Blumenzeichnnng. Das Gesicht derheiligen Jungfrau und ihre Arme und Füße wurden aus Nvsen-blüttern gebildet; weiße Sternblumen stellten den Glorienschein aufihrem Haupte dar; die wallenden Gewänder entstanden aus denBlättern der roten und blauen Windrose. Als das Blumenbildvollendet war, fühlte sich der kleine Künstler sehr glücklich. Erkniete davor nieder und wurde nicht müde, es immer und immerwieder mit kindlicher Andacht zu betrachten.

So ganz versunken merkte er auch nicht, daß er schon längereZeit beobachtet worden war. Ein Mann, es war ein berühmterMaler, stand in der Nähe, als der junge Schäfer im Baumes-schatten vor dem Blnmenbilde kniete. Erst als der Fremde seineHand auf den Lockenkvpf des Knienden legte, drehte dieser über-rascht sich um.

Wer bist du, Kleiner," fragte der Fremdling,und wer istdein Vater?"

Ich bin der kleine Ambrosins," erwiderte, sich vom Bodenerhebend, der Hirtenknabe,und mein Vater ist ein armer Taglvhner."

Sprich, mein Kleiner!" fuhr freundlich der Maler fort,moch-test du nicht mit mir gehen und ein Maler werden?" Die Augendes Knaben leuchteten in Heller Freude auf.

O, freilich mochte ich ein Maler werden; das war es ja,um was ich die Mutter Gottes gerade wieder recht von Herzenbat. Aber erst muß ich den Vater fragen, ob er es erlaubt, daßich mit euch gehe; denn seht, wer soll künftig nnsere Schafe hüten?"

Wer in Zukunft die Schafe des Vaters gehütet hat, ist un-bekannt geblieben; jedenfalls war's nicht mehr der kleine Ambrosins;denn er ging, begleitet vom Segen des Vaters, mit dem fremdenMaler nach Florenz, um dort die Klinst der Malerei zu lernenund den Hirtcnstab mit dem Pinsel zu vertauschen. Der armeHirtenknabe wurde einer der berühmtesten Maler Italiens. Dabeiblieb sein Geinüt das fromme, kindlich dankbare des einstigen, kleinenHirten, welcher der heiligen Jungfrau alles darbrachte, was er be-saß: ein Bild von Blumen und ein inniges Gebet.