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einigen Tagen erfüllt. Er hat mich in die hiesige Glashüttemitgenommen nnd mich mit der Bereitung des Glases bekanntgemacht. Laß mich Dir erzählen, was ich da gelernt habe.
Das Glas besteht ans einer Verschmelzung von weißem Sande,gereinigter Asche, Salpeter u. s. w. Diese Bestandteile müssen aberim richtigen Berhältnisse genommen werden, wenn das Glas gutgeraten soll. Znerst nun werden diese Zuthaten in einem besondernOfen gebrannt und durchgeglüht, damit alles Fremdartige entferntwerde. Diese Masse, die schon einen so starken Hitzegrad erlittenhat, daß sie halb geschmolzen erscheint, heißt Fritte. Sie wird ausdem Ofen genommen, in Schmelztigel gethan und in diesen einersolchen Hitze ausgesetzt, daß sie nach l5 bis 20 Stunden zu schmelzenbeginnt. Jetzt zeigt sich auf der feurigen, flüssigen Glasmasse einSchlamm, Galle genannt, der öfters abgeschöpft werden muß, wenndas Glas rein werden soll. Von Zeit zu Zeit taucht man eiserneNuten hinein, an welche sich die Flüssigkeit anhängt. Dadurcherführt man, ob sie hinlänglich klar und durchsichtig geworden sei.Ist dies der Fall, so läßt man die Masse abkühle», und zwar in-soweit, bis sie breiartig und zähe wird, so daß man sie in lange,dünne Fäden ziehen kann. Jetzt befindet sich das Glas in demZustande, daß es geblasen werden kann. Dies geschieht vermittelsteiner ungefähr zwei Ellen langen, eisernen Nähre, des BlaservhreS,das unten einen erweiterten Ansatz und oben ein hölzernes Mund-stück hat. Die Nähre wird mit dem untern Ende in die Blassegetaucht, wie die Thonpfeife in den Seifenschaum, wenn wir Seifen-blasen machen wollen. Hat sich von der Blasse ein Klumpen an-gehängt, so neigt der Bläser die Nähre gegen die Erde, damit siehdas Glas vermöge seiner Schwere abwärts senke. Er bläst nunund bildet auf diese Weise einen länglich runden Körper, dem erdurch Hin- und Herschwenken in der Lust oder durch Wälzen aufeiner heißen Marmorplatte beliebige Formen zu geben vermag.Darauf wird das insoweit fertige Glas, das noch lange heißund zum Berarbeiten tauglich bleibt, durch mancherlei Werkzeuge,z. B. Haken, Zangen, Scheren, in eine gefällige Gestalt gebracht,so daß hier eine bauchige Flasche und dort ein rundliches GlaSentsteht, die jetzt schon freundlich zum Trnnke einlade».
Heute mußt Du Dich schon mit dieser Beschreibung begnügen. 'Wenn Du in den nächsten Sommerferien zu uns kommst, so wirdder Nater, wie er mir schon versprochen hat, mit uns die Glashüte be-suchen, und gewiß wird Dir das ebensoviel Vergnügen gewähren, wie
Deinem
Leo Wegmann.