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Da schien dem Missionär der beste Rat,
Von ihren Kindern weit sie zu entfernen.
Wo nimmer ihr der Hoffnung Schimmer nah’t.
Sie sollt’ ihr Los am Rio Negro lernen.
Sie lag gefesselt und es glitt das Boot
Den Fluss hinauf; sie späh’te nach den Sternen.
Sie fühlte nicht die eig’ne bitt’re Not,
Sie fühlte Mutterliebe, Kern des Lebens,
Und Fesseln, und sie wünschte sich den Tod.
Die Fesseln sprengt sie plötzlich kräft’gen Strebens,
Da, wo den Stein am Ufer man entdeckt,
Und wirft sich in den Strom und schwimmt, — vergebens.Sie ward verfolgt, ergriffen, hingestreckt
Auf jenen Stein, geheissen nach der Armen,
Mit deren Schmerzensblut er ward befleckt.
Sie ward gepeitscht, zerfleischet ohn’ Erbarmen,
Geworfen in das Boot zur weiter’n FahrtMit auf dem Rücken festgeschnürten Armen.
Javita ward erreicht auf solche Art;
Die wund, gebunden, kaum sich konnte regen,
Ward dort zur Nacht im Fremdenhaus verwahr!.
Es war zur Regenzeit, das wollt’ erwägen.
Zur Regenzeit, wo selbst der kühnste MannNicht wagt den nächsten Gang auf Landeswegen;
Wo uferlos die Flüsse waldhinan
Gestiegen sind; der Wald, der Nahrung zollte,
Dem Hunger kaum Ameisen bieten kann;
Wo, wer in Urwaldsdickicht dringen wollte,
Und würd’ er vor dem Jaguar nicht bleich.
Und wenn ihm durchzubrechen glücken sollte.
Versenkt sich fände in ein Schattenreich,
Vorn sternenlosen Himmel ganz verlassen,
Dem führerlos verirrten Blinden gleich.
Was nicht der keckste Jäger ohn’ Erblassen
Nur denken mag, das hat das Weib vollbracht:
An clreissig Meilen mag die Strecke fassen.
Wie sich die Angeschloss’ne frei gemacht,
Das bleibt im tiefen Dunkel noch verborgen.
Sie aber war verschwunden in der Nacht;
Zu Sän Fernando fand der vierte Morgen
Sie händeringend um das Haus beflissen.
Das ihre Kinder barg und ihre Sorgen. —■
»O sagt’s, o sprecht es aus, dass wir es wissen,
Dass nicht der Mutterliebe Heldin wiederUnmenschlich ihren Kindern ward entrissen!«