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Er aber schwieg und schlug die Augen nieder,
Und schien in sich zu beten. Red’ hinfortDem ihn Befragenden zu steh’n, vermied er.
Doch, w ; as verschwiegen blieb dem Humboldt dort,
Aus seinem Buche schaurig widerhallt;
Es ward berichtet ihm an and’rem Ort.
Sie haben fern nach Osten mit Gewalt
Sie weggeführt, die Möglichkeit zu mindern,
Dass sie erreiche, was ihr alles galt,
Sie haben sie getrennt von ihren Kindern !
Sie konnten, Hoffnung fürder noch zu hegen,
Sie konnten nicht zu sterben sie verhindern.
Und, wie verzweifelnd die Indianer pflegen,
Sie war nicht, seit der letzten Hoffnung Stunde,
Dass Nahrung ein sie nehme, zu bewegen.
So liess sie sich verhungern! Diese KundeZu der Guahiba und der Christen BildnisErzählet jener Stein mit stummem MundeAm Atabapo’s-Ufer in der Wildnis A. Chamisso.
64. Der Schatzgräber.
Arm am Beutel, krank am Herzen,Schleppt’ ich meine langen Tage.Armut ist die grösste Plage,Reichtum ist das höchste Gut!Und, zu enden meine Schmerzen,Ging ich, einen Schatz zu graben.Meine Seele sollst du haben,Schrieb ich hin mit eig’nem Blut.
Und so zog ich Kreis’ um Kreise,Stellte wunderbare Flammen,Kraut und Knochenwerk zu-sammen ;
Die Beschwörung war vollbracht,Und auf die gelernte WeiseGrub ich nach dem alten SchatzeAuf dem angezeigten Platze;Schwarz und stürmisch war dieNacht.
Und ich sah ein Licht von weitem,Und es kam gleich einem SterneHinten aus der fernsten Ferne,Eben als es zwölfe schlug.
Und da galt kein Vorbereiten;Heller ward’s mit einem Male,Von dem Glanz der vollen Schale,Die ein schöner Knabe trug.
Holde Augen sah ich blinkenUnter dichtem Blumenkränze;
In des Trankes HimmelsglanzeTrat er in den Kreis herein.Und er hiess mich freundlichtrinken;
Und ich dacht’: »Es kann derKnabe
Mit der schönen, lichten GabeWahrlich nicht der Böse sein.«
»Trinke Mut des reinen Lebens!
»Dann verstehst du die Belehrung,»Kommst, mit ängstlicher Beschwörung,»Nicht zurück an diesen Ort.