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»Grabe hier nicht mehr vergebens.
»Tages Arbeit! Abends Gäste!
»Saure Wochen, frohe Feste!
»Sei dein künftig Zauberwort.«
W. Göthe.
65. Hans Euler.
Horch, Harte, draussen pocht es; geh’, lass den Mann herein,Es wird ein armer Pilger, der sich verirrte, sein. —
»Grüss Gott, du schmucker Krieger ! nimm Platz an unserm Tisch ;.Das Brod ist weiss und locker, der Trank ist hell und frisch.«
»»Es ist nicht Trank, noch Speise, wonach es Not mir tut,Doch so Ihr seid Hans Euler, so will ich Euer Blut!
Wisst Ihr, vor Monden hab’ ich Euch noch als Feind bedroht,Dort hatt’ ich einen Bruder, den Bruder schlugt Ihr tot.
Und als er rang am Boden, da schwur ich es ihm gleich,
Dass ich ihn rächen wolle früh oder spät an Euch!««
»Und hab’ ich ihn erschlagen, so war’s im rechten Streit,
Und kommt Ihr, ihn zu rächen — wohlan! ich bin bereit!
Doch nicht im Hause kämpf’ ich, nicht zwischen Tür’ und Wand;,Im Angesichte dessen, wofür ich stritt und stand.
Den Säbel, Harte, weisst du, womit ich ihn erschlug ;
Und soll ich nimmer kommen — Tyrol ist gross genug!«
Sie gehen mit einander den nahen Fels hinan!
Sein gülden Tor hat eben der Morgen aufgetan;
Der Hans voran, der Fremde recht rüstig hintendrein,
Und höher stets mit Beiden der liebe Sonnenschein.
Nun steh’n sie auf der Spitze, — da liegt die Alpenwelt,
Die wunderbare, grosse, vor ihnen aufgehellt;
Gesunk’ne Nebel zeigen der Täler reiche Luft,
Mit Hütten in den Armen, mit Herden an der Brust.
Dazwischen Riesenbäche, darunter Kluft an Kluft,
Daneben Wälderkronen, darüber freie Luft;
Und sichtbar nicht, doch fühlbar, von Gottes Ruh’ umkreist.
In Hütten und in Herzen der alten Treue Geist.
Das seh’n die Beiden droben, — dem Fremden sinkt die Hand,,Hans aber zeigt hinunter aufs liebe Vaterland :
»Für das hab’ ich gefochten, dein Bruder hat’s bedroht,
Für das hab’ ich gestritten, für das schlug ich ihn tot!«