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Nun steli’n im HimmelskreiseDie Stern’ in Majestät;
In gleichem festem GleiseDer gold’ne Wagen geht.
Und gleich den Sternen lenketEr d e i n e n W e g durch Nacht —
Wirf ab, Herz, was dich kränket
Und was dir bange macht! G. Kinkel.
13. Der Postillon.
Lieblich war die Maiennacht,Silberwölklein flogen,
Ob der holden FrühlingsprachtFreudig hingezogen.
Schlummernd lagen Wies’ und[Hain
Jeder Pfad verlassen;
Niemand als der MondenscheinWachte auf den Strassen.
Leise nur das Lüftchen sprach,Und es zog gelinderDurch das stille Schlafgemach.All der Frühlingskinder.
Heimlich nur das Büchlein[schlich,
Denn der Blüten TräumeDufteten gar wonniglichDurch die stillen Räume.
Rauher war mein Postillon,Liess die Geissel knallen,
Über Berg und Tal davonFrisch sein Horn erschallen.
Und von flinken Rossen vierScholl der Hufe Schlagen,
Die durchs blühende RevierTrabten mit Behagen.
Wald und Flur im schnellen Zug,Kaum gegrüsst — gemieden;Und vorbei, wie Traumesflug,
■ Schwand der Dörfer Frieden.
Mitten in dem MaienglückLag ein Kirchhof innen,
Der den raschen WanderblickHielt zu ernstem Sinnen.
Hingelehnt an BergesrandWar die bleiche Mauer,
Und das Kreuzbild Gottes standHoch in stummer Trauer.
Schwager ritt auf seiner BahnStiller jetzt und trüber,
Und die Rosse hielt er an,
Sah zum Kreuz hinüber:
»Halten muss hier Ross und[Rad,
Mag’s Euch nicht gefährden-:Drüben liegt mein KameradIn der kühlen Erden!
»Ein gar herzlicher Gesell!Herr, ’s ist ewig Schade!
Keiner blies das Horn so hell,Wie mein Kamerade!
»Hier ich immer halten muss,Dem dort unterm RasenZum getreuen BrudergrussSein Leiblied zu blasen.«
Und dem Kirchhof sandt’ er zuFrohe Wandersänge,
Dass es in die Grabesruh’Seinem Bruder dränge.