Buch 
Johr-y - Johr-us : Lesebuch für die Primarschulen des Kantons Solothurn : drittes Schuljahr / bearb. im Auftr. des Erziehungs-Departementes, unter Mitwirkung der Solothurnischen Lehrmittelkommission, von Leo Weber und Josef Reinhart
Entstehung
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rechts und links der Vater und Sohn und in der Mitteder Esel. Kommt ein vierter Wandersmann und sagt:Ihr seid drei kuriose Gesellen. Ists nickt genug,wenn zwei zu Fuss gehen? Gehts nickt leichter, wenneiner von euch reitet? Da band der Vater dem Eseldie vordem Beine zusammen, und der Sohn bandihm die hintern Beine zusammen, zogen einen star-ken Baumpfahl durch, der an der Strasse stand, undtrugen den Esel auf der Achsel heim.

So weit kauns kommen, wenn man es allen Leu-ten will recht macken. Johann Peter Hebel.

46. Gute Freundschaft.

Jeden Tag, wenn Marianne von der Schule nachHause ging, hielt vor einer kleinen Wirtschaft einMilchwagen mit einem alten Schimmel. Der Milch-mann ass und trank in der Wirtschaft, und derSchimmel musste draussen warten. Er sah sehr müdeaus und hängte traurig den Kopf. Einmal strichihm Marianne behutsam über die Nase und zog denRest von ihrem Neunuhrbrot aus der Tasche. Siestreckte es dem Pferde etwas ungeschickt hin; dennsie fürchtete sich vor den langen Zähnen. Da kamein Dienstmädchen vorbei und zeigte ihr, wie sie dasBrot auf die flache Hand legen müsse.

Als Marianne weiter ging, sah der Schimmel ihrnach. Am nächsten Morgen dachte Marianne schonin der Schule an ihren neuen Freund und spartefast das ganze Brot für ihn. Und nun bekam derSchimmel jeden Tag sein Frühstück, ein paarmal so-gar einige Stücke Zucker, die Mama für ihn spendete.Er kannte Marianne und schnupperte nach ihrerHand, wenn sie zu ihm kam.