Die alten Weiden neigensich auf dein Bett herein;die Vöglein in den Zweigen,sie singen treu dich ein.
Und wie in goldnen Träumengeht linder Frühlings windrings in den stillen Bäumen —Schlaf wohl, mein süsses Kind!
Joseph von Eichendoiff.
68. Spruch.
Du kamst, du gingst mit leiser Spur,ein flücht’ger Gast im Erdenland;woher? wohin? Wir wissen nur:
Aus Gottes Hand in Gottes Hand.
Ludwig Uhland.
69. Das Dorf.
Steht ein Kirchlein im Dorf, geht der Weg dran vorbei,und die Hühner, die machen am Weg ein Geschrei.
Und die Tauben, die flattern da oben am Dach,und die Enten, die schnattern da unten am Bach.
Auf der Brück steht ein Junge, der singt, dass es schallt;kommt ein Wagen gefahren, der Fuhrmann, der knallt.
Und der Wagen voll Heu, der kommt von der Wiese,und oben darauf sitzt der Hans und die Liese.
Die jodeln und jauchzen und lachen alle beid’,und das klingt durch den Abend, es ist eine Freud!
Und dem König sein Thron, der ist prächtig und weich;doch im Heu zu sitzen, dem kommt doch nichts gleich!
Und wär ich der König, gleich wär* ich dabeiund nähme zum Thron mir einen Wagen voll Heu.
Robert Reinick.