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Mutter, und liess ihre Hacke fallen. Im selben Augen-blick begannen auch schon die Kirchenglocken Sturmzu läuten. Die Feldleute eilten erschreckt gegen dasDorf, aus dessen Mitte schon eine dichte Rauchwolkeauf stieg. „Wo brennt’s, wo brennt’s?“ riefen sie wirrdurcheinander. „Ich glaube im Bären!“ schrie derStrählmacher, „kommt und helft!“ Alle rannten zumGasthaus zum Bären hinauf. Und richtig! Die grosseScheune, welche ans Haus angebaut war, stand inFlammen. „Das Vieh, das Vieh!“ schrien die Bauern.Sie drangen in den Stall und trieben die brüllendenTiere hinaus. Die Pferde bäumten sich, die Küherannten in wildem Laufe davon. Das Feuer wurdeimmer grösser, denn in der Bärenwirtscheune lag eineMasse Heu. — Die Feuerspritze kam. „Schlauch inden Kanal!“ — „Pumpen!“ — „Spritzen!“ befahl derStrählmacher. „Leitern her!“ — „Leute holt Kessel!“— „Tragt Wasser!“ „He, ihr Buben helft mit!“ Allerannten. Anneli zitterte am ganzen Leibe. „Räumtdas Haus!“ schrie der Bäre-Jakob, „ich glaube, wirkönnen es nicht mehr retten!“ Da flogen Matratzen,Decken, Kissen, Kleider, Körbe, Stühle, Schachtelnaus allen Fenstern, Möbel wurden herausgeschleppt,Geschirr klirrte. „Mehr Wasser, mehr Wasser!“schrie der Strählmacher wieder. Er stand jetzt hochoben auf einer Leiter mit dem Wendrohr in der Handund liess den Wasserstrahl ins Feuer springen; —aber es nützte nichts. „Schöpft Wasser!“ schrie erwieder. Die Bauern rannten hin und her. „Gott seiDank, da kommen sie mit der Spritze vom Nachbar -dorf zu Hilfe!“ rief der Seiler Heiri. Der Schweisslief ihm in Bächlein über die geschwärzte Stirne.„Guten Abend.“ „Vergelt’s euch Gott!“ „Schnellden Schlauch in den Kanal!“ — „Die Männer an