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lass mir mein Leben; ich will in den wilden Waldlaufen und nimmermehr wieder heimkommen.“ Undweil es so schön war, hatte der Jäger Mitleiden undsprach: „So lauf hin, du armes Kind!“ — „Die wil-den Tiere werden dich bald gefressen haben“, dachteer, und doch war’s ihm, als war ein Stein von seinemHerzen gewälzt, weil er es nicht zu töten brauchte.Und als gerade ein junger Frischling daliergesprun-gen kam, stach er ihn ab, nahm Lunge und Leberheraus, und brachte sie als Wahrzeichen der Köni-gin mit. Der Koch musste sie in Salz kochen, unddas boshafte Weib ass sie auf und meinte, sie hätteSneewittchens Lunge und Leber gegessen.
Nun war das arme Kind in dem grossen Waldmutterseelenallein, und ward ihm so angst, dass esalle Blätter an den Bäumen ansah und nicht wusste,wie es sich helfen sollte. Da fing es an zu laufenund lief über die spitzen Steine und durch dieDornen, und die wilden Tiere sprangen an ihm vor-bei, aber sie taten ihm nichts. Es lief, so lange nurdie Füsse noch fortkonnten, bis es bald Abend wer-den w r ollte; da sah es ein kleines Häuschen und ginghinein, sich zu ruhen. Tn dem Häuschen war allesklein, aber so zierlich und reinlich, dass es nicht zusagen ist. Da stand ein weissgedecktes Tischlein mitsieben kleinen Tellern, jedes Tellerlein mit seinemLöffelein, ferner sieben Messerlein und Gäbeleinund sieben Becherlein. An der Wand waren siebenBettlein nebeneinander aufgestellt und sdineeweisseLaken darübergedeckt. Sneewittchen, weil es sohungrig und durstig war, ass von jedem Tellerleinein wenig Gemiis und Brot und trank aus jedemBecher lein einen Tropfen Wein; denn es wollte nichteinem allein alles wegnehmen. Hernach, weil es so