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Johr-y - Johr-us : Lesebuch für die Primarschulen des Kantons Solothurn : drittes Schuljahr / bearb. im Auftr. des Erziehungs-Departementes, unter Mitwirkung der Solothurnischen Lehrmittelkommission, von Leo Weber und Josef Reinhart
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andern alten Weibes an. So ging sie hin über diesieben Berge zu den sieben Zwergen, klopfte an dieTüre und rief:Gute Ware feil, feil! Sneewittchenschaute heraus und sprach:Geht nur weiter, ichdarf niemand hereinlassen.Das Ansehen wirddir doch erlaubt sein, sprach die Alte, zog den gif-tigen Kamm heraus und hielt ihn in die Höhe. Dagehel er dem Kinde so gut, dass es sieh betören liessund die Türe öffnete. Als sie des Kaufs einig waren,sprach die Alte:Nun will ich dich einmal ordent-lich kämmen. Das arme Sneewittchen dachte annichts und liess die Alte gewähren; aber kaum hattesie den Kamm in die Haare gesteckt, als das Giftdarin wirkte und das Mädchen ohne Besinnungniederfiel.Du Ausbund von Schönheit, sprach dasboshafte Weib,jetzt ists um dich geschehen, undging fort. Zum Glück aber war es bald Abend, wodie sieben Zwerge nach Hause kamen. Als sie Snee-wittchen wie tot auf der Erde liegen sahen, hattensie gleich die Stiefmutter im Verdacht, suchten nachund fanden den giftigen Kamm, und kaum hattensie ihn herausgezogen, so kam Sneewittchen wiederzu sich und erzählte, was vorgegangen war. Dawarnten sie es noch einmal, auf seiner Hut zu seinund niemand die Türe zu öffnen.

Die Königin stellte sich daheim vor den Spiegelund sprach:

Spieglein, Spieglein an der Wand,wer ist die Schönste im ganzen Land?

Da antwortete er wie vorher:

Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier;aber Sneewittchen über den Bergenbei den sieben Zwergenist doch noch tausendmal schöner als Ihr.