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Deutsches Lesebuch für die unteren Klassen schweizerischer Mittelschulen
Entstehung
Seite
6
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Pfarrer nicht bezahlen, ehe ich wüßte, welchen Platz er in derKirche erhalten solle."Er soll der Erste sein."Das habe ichgehört, und hier sind zehn Taler für den Herrn Pfarrer."Istda sonst noch etwas?" fragte der Pfarrer und sah Thord an.Sonstist da nichts mehr." Thord ging.

Abermals verstrichen acht Jahre, da vernahm man einesTages lautes Geräusch vor dem Arbeitszimmer des Pfarrers;denn es kamen viele Männer, und voran schritt Thord. Der Pfarrersah auf und erkannte ihn.Du kommst heute in großer Begleitung."Ich will das Aufgebot für meinen Sohn bestellen; er soll sich mitKaren Storliden, der Tochter Gudmunds, der hier steht, ver-heiraten."Das ist das reichste Mädchen des Kirchspiels!"Dassagt man," erwiderte der Bauer und strich das Haar mit der einenHand in die Höhe. Der Pfarrer saß eine Weile wie in Gedankenversunken da; er sagte nichts, trug aber die Namen in seine Bücherein, und die Männer unterschrieben. Thord legte drei Taler aufden Tisch.Mir kommt nur einer zu," sagte der Pfarrer.Dasweiß ich wohl, aber es ist mein einziges Kind, ich möchte es gerngut machen." Der Pfarrer nahm das Geld an.Es ist das dritteMal, daß du deines Sohnes willen hier stehst, Thord."Abernun bin ich auch mit ihm fertig," sagte Thord, klappte sein Taschen-buch zusammen, sagte Lebewohl und ging; die Männer folgtenihm langsam.

Vierzehn Tage später ruderten Vater und Sohn bei stilleinWetter über das Wasser nach Storliden hinüber, um über die Hoch-zeit zu verhandeln.Die Ruderbank liegt nicht sicher unter uns,"sagte der Sohn und stand aus, um sie zurecht zu legen. In dem-selben Augenblick gleitet das Brett, auf dem er steht, aus; er greiftmit den Armen um sich, stößt einen Schrei aus und fällt ins Wasser.Halt dich am Ruder fest!" rief der Vater; er erhob sich und hieltes ihm hin. Als der Sohn ein paar Schwimmbewegungen gemachthatte, befiel ihn ein Starrkrampf.Warte einen Augenblick!" riefder Vater und ruderte an ihn heran. Da legt sich der Sohn auf denRücken, sieht den Vater mit einem langen Blick an und versinkt.

Thord wollte es gar nicht glauben, er hielt das Boot an undstarrte auf den Fleck, wo der Sohn versunken war, als müsse erwieder heraufkommen. Es stiegen einige Blasen auf, und nocheinige, und dann nur noch eine große, die zerplatzte und spiegel-glatt lag die See wieder da.