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Deutsches Lesebuch für die unteren Klassen schweizerischer Mittelschulen
Entstehung
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Drei Tage und drei Nächte sahen die Leute den Vater rundum die Stelle herumrudern, ohne zu essen, ohne zu schlafen; ersuchte mit dem Haken nach seinem Sohne. Und am Morgen desvierten Tages fand er ihn und trug ihn über die Hügel aufseinen Hof.

Es mochte wohl ein Jahr seit jenem Tage verflossen sein.Da hörte der Pfarrer noch spät an einem Herbstabend jemand vorder Tür zur Hausflur herumtappen und vorsichtig nach der Tür-klinke tasten. Der Pfarrer öffnete die Tür, und herein trat ein großer,gebeugter Mann, mager und mit schneeweißem Haar. Der Pfarrersah ihn lange an, denn er erkannte ihn: es war Thord.Kommstdu so spät?" sagte der Pfarrer und blieb vor ihm stehen.Ach ja,ich komme spät," entgegnete Thord und setzte sich. Der Pfarrersetzte sich ebenfalls, als warte er; lange schwiegen beide. Endlichsagte Thord:Ich habe etwas mitgebracht, was ich gern den Armengeben möchte; es sollte zu einem Legat verwendet werden und denNamen meines Sohnes tragen." Er erhob sich, legte Geld auf denTisch und setzte sich wieder. Der Pfarrer zählte es:Das ist vielGeld," sagte er.Es ist die Hälfte von dem, was ich für meinenHof erhielt ich habe ihn heute verkauft." Lange saß derPfarrer schweigend da, endlich fragte er, aber in sanftem Ton:Was willst du nun anfangen, Thord?"Etwas Besseres!" Siesaßen eine Weile da, Thord senkte den Blick zu Boden, der Pfarrerließ sein Auge auf ihm ruhen, dann sagte er leise und langsam:Jetzt denke ich, ist dir dein Sohn endlich zum Segen geworden!"«Ja, jetzt denke ich das selber auch," sagte Thord, er blickte auf,und zwei Tränen rannen ihm schwer über das Gesicht herab.

3. Kanitttverstan.

I. P. Hebel.

Der Mensch hat wohl täglich Gelegenheit, in Emmendingenund Gundelfingen so gut als in Amsterdam, Betrachtungen überden Unbestand aller irdischen Dinge anzustellen, wenn er will,und zufrieden zu werden mit seinem Schicksal, wenn auch nicht vielgebratene Tauben für ihn in der Luft herumfliegen. Aber aufdem seltsamsten Umweg kam ein deutscher Handwerksbursche inAmsterdam durch den Irrtum zur Wahrheit und ihrer Erkenntnis.Denn als er in diese große und reiche Handelsstadt voll prächtiger