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Deutsches Lesebuch für die unteren Klassen schweizerischer Mittelschulen
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dort auf allen vieren wie eine Katze weiter bis an eine Stelle,wo die Mauer ans Haus stieß, und schwang sich dann in ein Fensterdes Hauses hinein, das gerade offen stand.

Der Mann aber hatte recht böse Dinge irn Sinn,- denn erwar ein Dieb und gedachte, die Leute, die in dein Hause wohnten,zu bestehlen.

Nachdem er durch das Fenster hineingekrochen war, befander sich in einer leeren Kammer; dicht daneben war die Wohnstubeder Hausbewohner; eine Tür, die dort hineinführte, war nichtverschlossen, sondern nur leicht angelehnt.

Der Dieb wußte wohl, daß die Leute ebenfalls auf den Jahr-markt gegangen waren; doch dachte er, es könnte vielleicht zufälligjemand in die Stube gekommen sein, legte daher das Ohr an dieTürspalte und horchte.

Drinnen hörte er ein Kind laut sprechen, und wie er durchsSchlüsselloch guckte, sah er beim Dämmerscheine, daß es ganz alleinmit gefalteten Händen in seinem Bettchen saß das Kind betete,wie es immer vor dem Schlafengehen tat, laut sein Vaterunser.

Schon sann der Mann darüber nach, wie er dennoch seinenDiebstahl am besten ausführen möchte; da hörte er, wie das Kindmit lauter, klarer Stimme eben die Worte betete:Und führe unsnicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel!"

Das ging dem Manne tief zu Herzen, und sein Gewissenerwachte. Er fühlte, wie schwer die Sünde sei, die er eben hattebegehen wollen. Da falteten sich auch seine Hände, und auch erbetete inbrünstig für sich:Führe uns nicht in Versuchung, sondernerlöse uns von dem Übel!" Und der liebe Gott erhörte ihn.

Auf demselben Wege, den er gekommen, schlich er wiederzurück bis in sein Kämmerlein. Dort bereute er von ganzemHerzen sein bisheriges Leben, bat Gott um Verzeihung und dankteihm für den Schutz, den er ihm durch den Mund eines frommenKindes hatte angedeihen lassen.

Er ist darauf ein arbeitsamer und ordentlicher Mensch geworden.