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Doch weil du Stand gehalten, so nimm das Horn von mir,und bist du einst in Nöten, blas nur, so helf ich dir.
Da lief der Junker von Buren mit dem lustgen Horn nach Haus:Der Riese Schreck zog immer mit ihm in jeden Strauß. -— Herr Buren war längst begraben, das Horn hing an der Wand,da nahm in Kriegsnöten ein Enkel es zuhand,und blies damit von der Zinne, da kam Herr Schreck gerannt,und trieb die Feinde wieder hinweg von der Buren Land.
Die Rache. L. Uhland.
Der Knecht hat erstochen den edlen Herrn,der Knecht wär selber ein Ritter gern.
Er hat ihn erstochen im dunkeln Hainund den Leib versenket im tiefen Rhein.
Hat angeleget die Rüstung blank,
auf des Herrn Roß sich geschwungen frank.
Und als er sprengen will über die Brück,da stutzet das Roß und bäumt sich zurück.
Und als er die güldnen Sporen ihm gab,da schleuderts ihn wild in den Strom hinab.
Mit Arm, mit Fuß er rudert und ringt,der schwere Panzer ihn niederzwingt.
Die Schnitterin. Gustav Falte.
War einst ein Knecht, einer Witwe Sohn,der hatte sich schwer vergangen.
Da sprach der Herr: Du bekommst deinen Lohn,morgen mußt du hangen.
Als dies seiner Mutter kund getan,auf die Erde fiel sie mit Schreien:
O lieber Herr Graf, und hört mich an,er ist der letzte von dreien.