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Die Gebiete, die den Grafen gehörten. Das Herrschafts-gebiet der Herren von Werdenberg und von Sargans war argzerstückelt. Zur Grafschaft Werdenberg gehörten das Städtchen
gleichen Namens, die Dörfer Buchs,Grabs, Sevelen, die HerrschaftWartau, das Kloster St. Johannim Thurtal, die Städte Altstättenund Rheineck, die Höfe Lustenauund Widnau im Rheintal, die Herr-schaft Greifenstein im Bündner-lande und die Herrschaft Bludenzim Jlltal. Und die Grafen vonSargans regierten über das Sar-ganserland von der Sar bis zumWallensee, über die HerrschaftenVaduz, Sonnenberg und Blumenauim Vorarlberg und über die TälerDomleschg, Schams, Rheinwald,Vals und Safien in Graubünden. Ausserdem waren sie die Schirm-vögte des Klosters Pfäfers und die Werdenberger Grafen die desKlosters Disentis. Der Schirmvogt musste das Kloster gegenjedermann schützen, die Untertanen zur Entrichtung der Pflich-tigen Abgaben anhalten und das Richteramt ausüben. Dafür er-hielt er einen Teil der Abgaben und Bussengelder.
Die Grafen als Freunde der Habsburger. Die Grafen vonWerdenberg und von Sargans waren sehr unruhige, kriegslustigeLeute. Ihnen gefiel es nicht, lange Zeit auf ihren Burgen zusitzen, zu jagen oder durchs Land zu reiten und nach ihrenGütern zu sehen. Am liebsten zogen sie mit einem Haufen tapfererKriegsleute aus zu Kampf und Streit.
Die grösste Freude herrschte auf den Burgen von Werden-berg und Sargans, wenn die Boten Rudolfs von Habsburg kamenund meldeten, es gehe wieder zu einem Kriegszuge, ihr Herr er-warte Zuzug. Graf Rudolf war nämlich ein Verwandter derBurgherren und ihr bester Freund. Er blieb es auch, als erdeutscher Kaiser geworden war. Dass er sehr oft und bald daund bald dort Streit hatte, war ihnen eben recht. Sie hofftennämlich durch diese Kämpfe reicher und mächtiger zu werden.
Schloss Sargans.
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