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Lesebuch für das fünfte Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / nach Vorl. der kantonalen Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrate
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Draußen im Nebelmeer ertönen unaufhörlich die Signaleder Dampfer. Der Steuermann kann sich nicht mehr aufseinen Kompaß verlassen. In dem dichten Nebel sind beialler Vorsicht des Schiffslenkers dennoch Abweichungen vomgewohnten Kurse möglich. Vor mehr als zwanzig Jahrenbohrte zwischen Lindau und Bregenz auf solcher Nebelfahrtein österreichisches Schiff einen bayrischen Dampfer in denGrund. Mehrere Personen kamen dabei ums Leben. EinVergnügen ist also eine solche Fahrt sicherlich nicht.

Je näher der Dampferaus Ufer herankommt, destohäufiger wiederholt sich dasunheimliche Getute derSignalpfeifen. Unwillkür-lich bleibe ich stehen, dieAnkunft des Schiffes zu er-warten. Vom Ufer amHafeneingang läßt sich derlanggezogene Ton des Ne-belhorns vernehmen. DerHafenmeister bringt dort ineinem besondern Wärter-häuschen das Nebelhorndurch eine Kurbel zum Tö-nen. Er erklärt mir, daß manauf dem Schiffe sein Signal immer noch nicht höre. Sobald manes dort wahrnehme, antworte die Dampfsirene mit doppeltemRufe. Im dichten Nebel findet eben auch der Schall ein star-kes Hindernis. Da horch! Das erste doppelte Zeichen! DerDampfer muß nun wohl bald eintreffen. Mit gespanntemBlick starre ich in die graue Wand hinaus, um das Fahrzeugzu erspähen. Doch vergeblich! Vor meinen ermüdeten Augenfangen kleine Flimmerwürmchen an zu tanzen. Ich wendemeinen Blick für einige Sekunden ins dunkle Wasser hinab,um dann gleich aufs neue nach dem unsichtbaren Schiff zufahnden. Das Brüllen der Dampfpfeifen verstärkt sich. Schonhört man Schaufelräder plätschern. Das Nebelhorn verstummt.Das Nebelglöcklein im Wärterhäuschen weist dem Schiffe

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St. Annaschloß