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105. Das Schwellt.
Das Schwein wohnt nicht mit den übrigen Haustierenzusammen; es bekommt einen eigenen Verschlag. Kein anderesTier würde gern in seiner Gesellschaft weilen; denn es kümmertsich nicht viel um die Hausordnung. Im tiefsten Schmutz ist esihm eben recht; da wühlt es mit seinem Rüssel, sucht nach einemBissen, den ihm niemand streitig macht. In diesen Schmutzhinein legt es sich auch schlafen. So ist es gewöhnlich; aber esmüßte nicht so sein. Wo ein verständiger Landwirt die Schweine-zucht mit Vorteil treibt, da wird das Tier so reinlich gehaltenwie alle seine Stallgenossen, und es gedeiht dabei weit besser
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und lohnt alle Arbeit reichlicher. Kein anderes Tier verwertetdas Futter so gut und liefert in dieser kurzen Lebenszeit einenso großen Nutzen.
Das Schwein nennt man einen Vielhufer oder Dickhäuter.An jedem Fuß find vier Zehen, die in harten Hufen stecken;doch läuft es meist nur auf zweien. Die Haut ist ungewöhnlichdick und wird dem toten Tiere nicht abgezogen, sondern mit demFleisch und Speck zerschnitten und als „Speckschwarte" sogargegessen. Das Fleisch ist sehr schmackhaft und nahrhaft. Ausdem Speck bereitet man das Schweinefett, das zum Kochen ver-wendet wird. Aus dem. Blut macht man die Blutwürste und„Blutküchli." Vorzüglich schmecken auch die Schinken, die indie Sulz gelegt und dann im Kamin oder in der Rauchkammergetrocknet werden. „Füßli," „Öhrli," „Iüngli," „Schnörrli" -