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Lesebuch für die Primarschulen des Kantons Solothurn : fünftes Schuljahr / bearb. im Auftr. des Erziehungs-Departementes durch die kantonale Lehrmittelkommission
Entstehung
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Geschichtliche Erzählungen

1. St. Urs und Viktor.

Vor etwa 2000 Jahren wohnte südlich der Alpen daskriegerische Volk der Römer. Es hatte nebst vielen andernLändern auch unser Vaterland unterworfen.

Einmal zog ein römischer Kaiser mit einem Kriegsheereüber die Alpen nach dem heutigen Frankreich. Das Heerbestand größtenteils aus heidnischen Soldaten; nur eine kleineAbteilung bekannte sich zum christlichen Glauben. Der Zugkam auch ins Wallis. Daselbst ließ der Kaiser den heidni-schen Göttern ein Opfer darbringen, um ihnen für denglücklichen Übergang über die Alpen zu danken. Alle Sol-daten opferten, mit Ausnahme der christlichen; diese ver-weigerten jede Teilnahme am Götzendienst. Darüber er-grimmt, ließ sie der Kaiser samt ihrem Anführer Mauritiusniederhauen.

Vorher jedoch konnten die Hauptleute Urs und Viktormit 66 Mann entfliehen. Sie kamen nach Solothurn. AufBefehl des Kaisers ließ sie aber Hirtakus, der römische Vor-steher der Stadt, gefangen nehmen. Unter Androhung desTodes wurden sie aufgefordert, den Götzen zu opfern. Dochumsonst, die christlichen Soldaten blieben ihrem Glaubentreu. Daher ließ sie Hirtakus auf der Aarebrücke hinrichten.

Zum Andenken an diese Glaubenshelden wurde späterin Solothurn eine Kirche erbaut. Sie erhielt den NamenSt. Ursuskirche. Vor fast 160 Jahren wurde die alte Kircheabgebrochen und an deren Stelle die jetzige prachtvolleSt. Ursuskirche aufgeführt.

2. Die Belagerung von Solothurn.

Der österreichische Herzog Leopold war aus verschie-denen Gründen über die Solothurner erzürnt. Daher zog erim Sommer 1318 mit einem zahlreichen Kriegsheere gegensie heran, um sie zu züchtigen. Das feindliche Heer schloß