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Über einem Feuer im Freien, auf dem Brechofen werdenspäter die Stengel gedörrt. Unter der Brechlade zerfahrensie in unzählige Stückchen, die nach allen Seiten davon-fliegen. Die Fasern einzig bleiben in der Hand zurück undwerden zu großen Zöpfen geflochten. Auf der Reibe gehtein schwerer Rollstein über sie hinweg und macht sie weichund geschmeidig. An der Hechel werden die Fasern nochgereinigt, und sie sind nun bereit zum Spinnen. Lustigsurrten früher in den Bauernhäusern die Spinnräder bis indie Nacht hinein. Alte Leute wissen noch manche Geschichteaus den Spinnstuben zu erzählen. Heutzutage werden Garnund Faden meistens an kunstvollen Maschinen gesponnen.
Aus den mechanischen Spinnereien gelangt das Garnin die Webereien. Hier entstehen die soliden Stoffe Zwilchund Leinwand. Sie sind rauh und grau. Ein Hemd vonihnen würde dir nicht gefallen. In der Bleiche aber wirddie rohe Leinwand schneeweiß. Sonnenlicht und Wasser be-wirken die Änderung. Auch Stoffe, wie sie die Mutter zurWäsche gebraucht, Seife, Soda und Waschpulver, werdenverwendet. Nun gelangt die Leinwand in die Kaufläden.Unter Schere und Nadel entsteht endlich das Hemd.
Billiger als Leinwand ist das Baumwolltuch. Eine far-bige Schürze wüßte viel über ihre Herkunft zu erzählen. Infernen heißen Ländern steht die Baumwollstaude. Menschenmit schwarzer oder gelber Hautfarbe pflanzen und pflegensie. Die Samen sind ähnlich derjenigen der Hagebutte voneinem Haarbüschel umschlossen. Dies ist die rohe Baum-wolle. In schweren Bündeln oder Ballen gelangt sie auchin unser Vaterland. Wie die Hanffasern wird sie gereinigt,gesponnen, gewoben, gebleicht und häufig gefärbt. Allediese Arbeiten bilden die Baumwollindustrie, durch welcheTausende von Menschen ihr Brot verdienen.
Zu den wollenen Stoffen muß das Schaf sein eigenesKleid hergeben. Auch die Haare und Pelze anderer Tierewerden verarbeitet. Die Seide besteht aus den Fäden desSeidenspinners.