Buch 
Lesebuch für die obern Klassen (6., 7. und 8. Schuljahr) der Primarschulen des Kantons Solothurn
Entstehung
Seite
249
JPEG-Download
 

249

wachsen, diente er dem Vaterlande als Krieger und Beamter. Injener Zeit kam es öfters vor, daß sich Männer in die Einsamkeitzurückzogen, um ungestört Gott dienen zu können. In seinem 50.Altersjahre wurde auch Riklaus von der Flüe Einsiedler. Er nahmseinen neuen Aufenthalt im Ranfte, einer wilden Bergschluchtim Melchthal. Dort bauten ihm seine Landsleute eine Zelle undein Kirchlein.Bruder Klaus" führte daselbst ein strenges Büßer-leben.

Pfarrer Jmgrund klagte nun dem frommen Manne die Notdes Vaterlandes. Sofort eilte dieser nach Stans. Als der ehr-würdige Greis im langen Rocke vor den Tagherren erschien und siewürdevoll grüßte, erhoben sich alle voll Ehrfurcht von ihren Sitzen.In hochernster Rede ermähnte er sie dann inständig zum Friedenund zur Eintracht. Seme schlichten Worte hatten eine solche Wirkung,daß nachher die streitigen Angelegenheiten friedlich beigelegt undFrei bürg und Solothurn in den Schweizerbund ausgenommenwurden. Freudengeläute verkündete dann im ganzen Gebiete derEidgenojsenschaft die glückliche Wiederherstellung des Friedens.

23. Der Schwabenkricg.

Die Eidgenossen waren Angehörige des deutschen Reiches. Mitder Zeit lockerte sich aber mehr und mehr das Band, das sie mitdemselben verknüpfte. Die glänzenden Siege, welche sie im Burgun-derkrieg über den stolzen Karl den Kühnen errungen hatten, kräf-tigten ihr Freiheitsgefühl derart, daß sie nach völliger Unabhängig-keit^ strebten und zuletzt um Kaiser und Reich sich beinahe nichts mehrbekümmerten. Da wollte sie Kaiser Maximilian wieder alsReichsmitglieder behandeln. Er stellte an sie verschiedene Forderungen.Doch die Eidgenossen wiesen dieselben zurück, weil sie dadurch ihreUnabhängigkeit bedroht glaubten. Daher brach 1499 ein Krieg aus.Da die angrenzenden Deutschen auch Schwaben hießen, nennt manihn S ch w a b en k r i e g.

Zuerst sielen kaiserliche Truppen in Graubünden ein. Mit Hilfeder Eidgenossen trieben jedoch die Bündner den Feind wieder ausdem Lande. Hierauf schlugen die Schweizer den Gegner nach einan-der bei Triefen und bei Hard. Jedesmal erlitten die Schwabeneine schwere Niederlage. Fast gleichzeitig besiegte eine Schar Solo-thurner, die unterhalb Basel geplündert hatte, im B r u d e r h o l zeine weit überlegene Abteilung Feinde, welche ihr den Rückweg ver-legte. Bald darauf unterlag ein kaiserliches Heer bei Schwader-l o h der Tapferkeit der Eidgenossen.