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Lesebuch für die obern Klassen (6., 7. und 8. Schuljahr) der Primarschulen des Kantons Solothurn
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Wenige Tage nachher kam es bei Frastenz, in der Nähevon Feldkirch, zu einer Schlacht. Dort hatten sich 14'000 Feindein einem festen Lager verschanzt. Unter der Leitung des tapfernHeinrich Wolleb aus Uri griffen lO'OOO Schweizer dasselbeentschlossen an. Beim Beginn des Kampfes feuerten die Kaiserlichenall ihr Geschütz auf die Anstürmenden ab. Um dasselbe wirkungs-los zu machen, ließ Wolleb seine Mannschaft auf den Boden sichlegen. Ohne Schaden anzurichten, sausten die feindlichen Kugelnüber ihre Köpfe dahin. Nur er allein blieb stehen. Tödlich getroffen,rief er dann:Wacker drauf und dran, Brüder, der Sieg ist euer!"

Ehe der Rauch und Pulverdampf sich verzogen hatten, waren die ^Eidgenossen an dem überraschten Feind. Trotz verzweifelter Gegen-wehr erlitt derselbe eine völlige Niederlage.

Noch fester war die Stellung, welche 15'000 Feinde an derCalven (Thalenge am Rambach), bezogen hatten. Unerschrockengriffen 8000 Bündner dieselbe an. In der Hitze des Kampfeserhielt einer ihrer Anführer, Benedikt Fontana, eine klaf-fende Wunde. Da schwang er das Schwert und rief:Unverzagt,liebe Freunde! Erschrecket nicht über meinen Fall; ich bin ja nurein Mann! Rettet das Vaterland und eure Bünde!" Nachlangem, heftigem Kampfe wich der Feind geschlagen zurück, und dieEidgenossen behaupteten siegreich die Walstatt.

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24. Die Schlacht bei Darnach.

Kaiser Maximilian versuchte noch einmal das Kriegsglück. MitlO'OOO Mann zog sein Feldherr, Graf Heinrich von Fürsten-berg, vom Elsaß gegen Darnach heran, um durch die Pässe desJura in die Schweiz einzudringen. Doch die tapfere Besatzung desSchlosses Dornach, an deren Spitze Benedikt H u g i von Solo-thurn stand, hielt ihn in seinem Marsche auf. Das feindliche Heerlagerte sich nun in der Ebene zwischen Darnach und der Birs. Indemselben herrschte jedoch die größte Sorglosigkeit. Die einen aßenund tranken; andere tanzten oder spielten, und noch andere badetenin der Birs. Vergebens warnte ein erfahrner Kriegsmann den *

Heerführer, er möchte auf der Hut sein. Spöttisch antworteteFürstenberg:Es wird doch keine Schweizer schneien!"

Inzwischen benachrichtigte Benedikt Hugi die Regierung von Solo-thurn von der Gefahr. Sofort ermähnten die Solothurner dieMiteidgenossen zu schleuniger Hilfe. Dann zog ihr SchultheißNiklaus Konrad mit 1500 Mann nach Liestal. Nachdemdaselbst auch die Zürcher und Berner eingetroffen waren, marschierte