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Lesebuch für die obern Klassen (6., 7. und 8. Schuljahr) der Primarschulen des Kantons Solothurn
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man, 5000 Mann stark, am 22. Juli 1499 nach Darnach undgriff unverzüglich den Feind an. Gleich im Anfang des Kampfesfiel Fürstenberg. Dennoch leisteten seine Krieger kräftigen Widerstand,und die Eidgenossen gerieten in große Gefahr.

Da rückten rechtzeitig 1000 Luzerner und Zuger heran. FeigeFlüchtlinge wollten dieselben von der Teilnahme an der Schlacht ab-wendig machen, weil alles schon verloren sei. Da rief WernerSteiner, der Anführer der Zuger:Ewige Schande märe es,wenn wir nicht auf das Schlachtfeld eilten, um unsere Bundesbrüderzu retten oder zu rächen!" Die Ankunft dieser wackern Hilsstruppenentschied den Kampf zu Gunsten der Schweizer. Die Feinde ergriffendie Flucht, und die Eidgenossen erfreuten sich eines herrlichen Sieges.

Nach der Niederlage bei Dornach war dem Kaiser Maximiliander Krieg verleidet; er schloß mit den Eidgenossen den Frieden vonBasel. Seit dieser Zeit ist die Schweiz thatsächlich vom deutschenReiche getrennt und bildet einen selbständigen Freistaat.

25. Die drcizchnörtige Eidgenossenschaft.

Die Helden, welche im Burgunderkriege ruhmgekrönt den Feindgeschlagen hatten, waren inzwischen größtenteils gestorben. AndereMänner führten im Schwabenkriege die Eidgenossen zum Siege.Mit Erstaunen sieht man, wie damals unter den Schweizern fastüber Nacht tüchtige Anführer erstanden. Die wenigsten derselbenhatten sich durch eine militärische Laufbahn dazu vorbereitet. Mannes-mut und Tapferkeit, welche sie auf dem Schlachtselde bewiesen, ge-wannen ihnen das Zutrauen ihrer Mitbürger, und mit Freudenstellten sich dieselben unter ihre Leitung. Doch nicht nur die Anführer,sondern auch die meisten Krieger können als Helden bezeichnet weiden;denn auch sie stritten in den glorreichen Kämpfen des Schwabenkriegesmit Tapferkeit und Todesverachtung. Was flößte ihnen diesen Helden-mut ein? Es war die Liebe zum Vaterlande.

Voll Bewunderung blickte man im Auslande auf die thatkräf-tigen, siegesfrohen Eidgenossen. Zwei benachbarte und befreundeteStädte, Basel und Schaffhausen, wünschten sogar eineinnigere Verbindung mit denselben. Sie hatten im Schwabenkrieg,die vaterländische Begeisterung und Kriegstüchtigkeit der Schweizerkennen und schätzen gelernt. An deren Seite glaubten sie, gegen dieGelüste beute- und eroberungssüchtiger Herren stets sicher zu sein.Daher bewarben sie sich um Aufnahme in ihren Bund. Im Jahre1501 wurde ihrem Gesuch entsprochen.