Buch 
Lesebuch für die obern Klassen (6., 7. und 8. Schuljahr) der Primarschulen des Kantons Solothurn
Entstehung
Seite
252
JPEG-Download
 

252

Etwas später, 1513, trat auch Appenzell als gleichberechtigtes 1Glied in den Bund ein. Damit war der Kreis der dreizehnörtigen 1|

Eidgenossenschaft geschlossen. In dieser Form bestand die schweize- j

rische Eidgenossenschaft- bis zum Einbrüche der Franzosen im Jahre I1798. I

J

26. Die Schlachte» von Novara und Marignano. i

Kaum hatte der Schwabenkrieg ausgetobt, so wurden die 1

Schweizer in europäische Kriege verwickelt. Mit Hilfe eidgenössischer 1

Söldner hatten die Franzosen das Herzogtum Mailand erobert. Da 1

zogen auf den Ruf des Papstes, der mit den Eidgenossen ein Bündnis *

geschlossen hatte, 20000 Schweizer über die Alpen, vertrieben die Fran-zosen aus Italien und gaben das Herzogtum Mailand dem dortigenHerzog zurück. Als 1513 die Franzosen dieses Herzogtum neuer-dings erobern wollten, kam es zwischen ihnen und den Eidgenossenbei Novara zu einer gewaltigen Schlacht, Nach langem, ver-zweifeltem Ringen siegte die ungestüme Tapferkeit der Eidgenossenüber die kriegsgewohnten Franzosen. Dieser glorreiche Sieg steigerteden Kriegsruhm der Schweizer so sehr, daß man sie im AuslandeKönigsbändiger" nannte.

Zwei Jahre später, 1515, machten die Franzosen nochmals <

einen Versuch, das Herzogtum Mailand zu erobern. Da zogen »

24'000 Eidgenossen dem bedrohten Herzog zu Hilfe. Bei Mari- 1

gitano stießen dieselben mit den Franzosen zusammen. Es ent- f

spann sich ein Riesenkampf, in welchem die Schweizer wie bei St.Jakob an der Birs Wunder von Tapferkeit verrichteten. Schonneigte sich der Sieg aus ihre Seite. Da siel ihnen ein venetianischesHeer, das dem Feinde zu Hilfe kam, in den Rücken. Zwischen zweiFeuer genommen, sahen sich die Eidgenossen zum Rückzug genötigt.

Sie nahmen ihre Geschütze, Fahnen und die Verwundeten in die -.st

Mitte und zogen in guter Ordnung nach Mailand. Leider mußten $sie 8000 gefallene Bruder auf dem Schlachtfelde zurücklassen. Sind !

die Schweizer hier auch unterlegen, so gilt dennoch die Schlacht.von !

Marignano gleich derjenigen von Novara als eine der glänzendsten *

Waffenthaten der alten Eidgenossen. Des Krieges satt, kehrten jetzt !die Schweizer heim und überließen Mailand, das wieder in die Händeder Franzosen fiel, seinem Schicksal. Im folgenden Jahre schlössen. sie mit Frankreich einen ewigen Frieden. In demselbemwurden ihnenreiche Jahrgelder zugesichert und die Gebiete, die jetzt den KantonTessin bilden, dauernd abgetreten.