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Fazit: Nun hatte Österreich diesseits des Rheins ziemlich allesverloren.
3. Die Eroberungen jenseits des Gotthards 1403—1512.
Sie geschahen auf Kosten des Herzogtums Mailand.
Die Veranlassung war ein verkehrspolitischer Grund. DieWaldstätte wollten auch die andere Seite des Gotthards in ihre Gewaltbekommen, um den Handelsweg nach Italien offen zu halten.
Erstmalige Eroberung: Im Jahre 1403 setzten sich Uri undObwalden in der obersten Talstufe, im Livinental, fest, und in denfolgenden Jahren dehnten sie mit den übrigen Orten ihre Herrschaft auchauf die untern Talstufen, bis hinunter zu den Seen, aus.
Durch die Schlacht von Arbedo 1422 aber ging alles wieder verloren.
Zweitmalige Eroberung: Das Verlorene kam nur stückweiseund langsam, erst im Lause vieler Jahrzehnte, wieder an die Eidgenossenzurück. Zuerst wieder das Livinental, das sie 1478 in der Schlacht beiGiornico siegreich behaupteten. Dann als Gewinnst aus den Mailänder-kriegen: Die übrigen Teile des heutigen Kantons Tessin.
4. Die Eroberung der Wandt 1536.
Sie geschah auf Kosten des Herzogs von Savoyen und des Bischofsvon Lausanne.
Allgemeiner Grund: Seit dem Burgunderkriege, in dem dieBerner das schöne Waadtland schon einmal erobert, aber wieder hatten anSavoyen zurückgeben müssen, ging die bernerische Politik darauf aus, esfür immer in ihre Gewalt zu bekommen.
Der Anlaß dazu bot sich, als die mit Bern verbündete Stadt Genfvom Herzog von Savoyen bedrängt wurde und auch der König vonFrankreich nach ihr die Hand ausstreckte. Da Bern die Stadt weder in dieeine noch in die andere Hand fallen lassen wollte, erklärte es an Savoyenden Krieg und rettete Genf.
Die Eroberung: Auf dem Durchmarsch durch die Waadteroberte Bern den westlichen und auf einem zweiten Zug den östlichenTeil des Landes. Diese Erfolge lockten auch die Walliser und Freiburgerins Feld, die auch noch einen Beuteanteil erhielten.
5. Landerwerbungen im Gebiete des heutigen Kantons
St. Gallen.
Die Stadt Rapperswil hat sich 1458 nach dem Plappartkriegfreiwillig unter den Schutz der vier Schirmorte Uri, Schwyz, Unterwaldenund Zug gestellt.