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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Baechtold
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Das tapfere Schiieidcrlciii.

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Armen, als wenn er ihn getragen hätte, und sprach zum Riesen:Dubist ein so großer Kerl und kannst den Baum nicht einmal tragen!"

Sie gingen zusammen weiter, und als sie an einem Kirschbaumvorbei kamen, faßte der Niese die Krone des Baumes, wo die saftigstenFrüchte hingen, bog sie herab, gab sie dem Schneider in die Handund hieß ihn essen. Das Schneiderlein aber war viel zu schwach,um den Baum zu halten, und als der Riese los ließ, fuhr der Baumin die Höhe, und der Schneider ward mit in die Luft geschnellt. Alser wieder ohne Schaden herabgefallen war, sprach der Riese:Wasist das, hast du nicht Kraft, die schwache Gerte zu halten?"Ander Kraft fehlt es nicht", antwortete das Schneiderlein;meinst du,das wäre etwas für einen, der siebene mit einem Streich getroffenhat? Ich bin über den Baum gesprungen, weil die Jäger da untenin das Gebüsch schießen. Spring nach, wenn du's vermagst!" DerRiese machte den Versuch, konnte aber nicht über den Baum kommen,sondern blieb in den Aesten»gen, also daß das Schneiderlein auchhier die Oberhand behielt.

Der Riese sprach:Wenn du ein so tapferer Kerl bist, so kommmit in unsere Höhle und übernachte bei uns!" Das Schneiderleinwar bereit und folgte ihm. Als sie in der Höhle anlangten, saßenda noch andere Riesen beim Feuer, und jeder hatte ein gebratenesSchaf in der Hand und davon. Das Schneiderlein sah sich umund dachte:Es ist doch hier viel weitläufiger als in meiner Werk-statt." Der Riese wies ihm ein Bett an und sagte, er solle sichhinlegen und ausschlafen. Dem Schneiderlein war aber das Bettzu groß; es legte sich nicht hinein, sondern kroch in eine Ecke. Alses Mitternacht war und der Riese meinte, das Schneiderlein lägein tiefem Schlafe, so stand er auf, nahm eine große Eisenstange undschlug das Bett mit einen: Schlage durch und meinte, er hätte den:Grashüpfer den Garaus gemacht. Mit den: frühesten Morgen gingendie Riesen in den Wald und hatten das Schneiderlein ganz vergessen,da kam es auf einmal ganz lustig und verwegen dahergeschritten.Die Riefen erschraken, fürchteten, es schlüge sie alle tot, und liefenin einer Hast fort.

Das Schneiderlein zog weiter, immer seiner spitzen Nase nach.Nachdem es lange gewandert war, kam es in den Hof eines könig-lichen Palastes, und da es Müdigkeit empfand, so legte es sich insGras und schlief ein. Während es da lag, kamen die Leute, be-trachteten es von allen Seiten und lasen auf dem Gürtel:Siebeneauf einen Streich."Ach", sprachen sie,was will der große Kriegs-Held hier mitten im Frieden? Das muß ein mächtiger Herr sein."Sie gingen und meldeten es dem König und meinten, wenn Krieg