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Waldkonzevt. — Die Erle.
Im Morgenrot, das naher Gletscher ReihnUnd ferner Meere Grenzkreis glorreich hellt,
Verdämmert seines Thrones Widerschein,
Der mild anf Menschen, hell auf Gräber fällt;
Es leuchtet Huld auf redliches VertraunUnd Licht der Ewigkeit durch Todesgraun —
— wenn wir morgens überall Lebenslust, Hoffnung, Vertrauen in denleisen Zügen des Naturlebens wiederfinden — abends geht ein andererGeist durch das große Gotteshaus; ein Geist des wohligen Behagensund des heimlichen Bangens, der Ruhe und der Ahnung zugleich.
„Wie wandert sich's durch einen Wald so traut,
Wenn nur die Wipfel noch von Sonne wisse»,
Nur noch zuweilen eines Vogels LautVerhallt in ahnungsvollen Finsternissen;
Das Auge kann kein Tier des Walds erkunden,
Ein Eichhorn nur erblick' ich in den Zweigen;
Es kam behend und still und ist verschwunden,
Die Einsamkeit des Waldes uns zu zeigen.
Und doch, hier lebt des Lebens welche Fülle,
Ein stummes Rätsel, das sich nie verraten!
Die Pflanze ist sein Bild und seine Hülle,
Und allwärts grünen seine stillen Taten.
Die Wurzel holt aus sclbstgegrabne» SchachtenDas Mark des Stamms und treibt es himmelwärts.
Ein rastlos Drängen, Schaffen, Schwellen, TrachtenIn allen Adern; doch wo ist das Herz? . "
sinnt und fragt der Mensch; — der Vogel aber drückt sich müdeins betaute Laub.
4«. Die Erle.
Von Hermann Masius.
Die Erle erscheint, wie die Weide, nur selten in unverkümmerterGestalt. Sie wächst rasch, aber man köpft oder fällt sie, und nuntreibt um den brombeerumraukteu Stumpf ein Dickicht von Loden undNuten hinauf. Es wird ein Gebüsch, eine Gruppe von Schossen,Vor- und Unterholz, das oft weite Flächen undurchdringlich bedeckt.In dieser Weise tritt die Starrheit der Erle besonders hervor; derStamm gerade, schlank, ohne durch markige Höhe zu imponieren, die