Zwischen Himmel und Erde.
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Die Zuschauer unten tief auf der Erde falten atemlos unwill-kürlich die Hände; die Dohlen, die der Steiger von ihrem letztenZufluchtsorte verscheucht, krächzen wildflatternd um sein Haupt; nurdie Wolken am Himmel ziehen unberührt ihren Pfad über ihn hin.Nur die Wolken? Nein. Der kühne Mann auf der Leiter geht sounberührt wie sie. Er ist kein eitler Wagling, der frevelnd von sichreden machen will; er geht seinen gefährlichen Pfad in seinem Berufe.Er weiß, die Leiter ist fest; er selbst hat das fliegende Gerüst ge-baut; er weiß, es ist fest; er weiß, sein Herz ist stark, und sein Trittist sicher. Er sieht nicht hinab, wo die Erde mit grünen Armenlockt; er sieht nicht hinauf, wo vom Zug der Wolken am Himmel dertödliche Schwindel herabtaumeln kaun auf sein festes Auge. Die Mitteder Sprossen ist die Bahn seines Blickes, und oben steht er. Es gibtkeinen Himmel und keine Erde für ihn, als die Helmstange und dieLeiter, die er mit seinem Tau zusammenknüpft. Der Knoten ist ge-schlungen, die Zuschauer atmen auf und rühmen auf allen Straßenden kühnen Mann und sein Tuu hoch oben zwischen Himmel und Erde.Schieferdecker spielen die Kinder der Stadt eine ganze Woche lang.
Aber der kühne Mann beginnt nun erst sein Werk. Er holtein anderes Tau herauf und legt es als drehbaren Ring unter demTurmknopf um die Stange. Daran befestigt er den Flaschenzug mitdrei Kolben, an den Flaschenzug die Ringe seines Fahrzeugs. EinSitzbrett mit zwei Ausschnitten für die herabhängenden Beine, hinteneine niedrige, gekrümmte Lehne, hüben und drüben Schiefer-, Nagel-und Werkzeugkasten, zwischen den Ausschnitten vorn das Haueisen,ein kleiner Amboß, daraus er mit dem Deckhammer die Schiefer zu-richtet, wie er sie eben braucht: dies Gerät, von vier starken Tauengehalten, die sich oberhalb in zwei Ringe für den Haken des Flaschen-zugs vereinigen, das ist der Hängestuhl, wie er es nennt, das leichteSchiff, mit dem er hoch in der Luft das Turmdach umsegelt. Mittelstdes Flaschenzugs zieht er sich mit leichter Mühe hinauf und läßt sichherab, so hoch und so tief er mag; der Ring oben dreht sich mitFlaschenzug und Hängestuhl, nach welcher Seite er will, um den Turm.Ein leichter Fußstoß gegen die Dachfläche setzt das Ganze in Schwung,den er einhalten kann, wo es ihm gefällt. Bald bleibt kein Menschen-kind mehr unten stehen und sieht heraus; der Schieferdecker und seinFahrzeug sind nichts Neues mehr. Die Kinder greifen wieder zu ihrenalten Spielen. Die Dohlen gewöhnen sich an ihn; sie sehen ihn füreinen Vogel an, wie sie sind, nur größer, aber friedlich wie sie;und die Wolken hoch am Himmel haben sich nie um ihn gekümmert.Die Damen neiden ihm die Aussicht. Wer könnte so frei über diegrüne Ebene hinsehen, und wie Berge hinter Bergen hervvrwachsen,