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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Baechtold
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Geisterbesuch auf dein Feldberg.

25 Tvdtnau zue, mit allerhand verdrießliche G'schäste;

Wo wer 's Kaffi trinken und Ankeweckli drin tunke:

Halt' er si nienen uf, und schwätz er nit, was em ins Muul chunnt",

Rüeft wer de Vetter no,und loß er si Tabatiere

Nit im Wirtshuus lige, wie's sust bim Here der Bruuch isch!"

30 Uf und fürt, i gang, und was mi der Vetter ermähnt het,

Hani richtig versorgt. Jez sitzt z'Todtuau im Adler

Und jez gang i spaziere und mein, i chöu» »it veriere,

Mein, i feig am Dorf; z'letzt chresmi hinten am Feldberg,

D'Vögel Heu mi glockt und an de Bächlene d'Blnemli.

35 Selle Fehler hani, i cha mi an allem vertörle.

Drüber wird es chüel, und d'Vögel sitzen und schwige.

's streckt scho dort und do e Stern am duftere Himmel's Chöpfli usen und lnegt, öb d'Snnn echt aben ins Bett feig,

Ocb er echt dörf chv, und rüeft den andere:Chömmet!"

40 lind i ha kei Hoffnig meh. Druf leg i mi nider.

's isch e Hütte dört, und isch en Aerfeli Strau drin.

O du liebt Zit", so denki,wenn i deheim wär.

Oder es wär scho Mitternacht! Es wird doch e G'spenstliRäume dohinte sy und z'uacht um zwölf! vermache45 Und mer d'Zit vertriebe, bis früej die himmlische LiechterD'Morgeluft verlöscht, und wird mer zeige, wo 's Dorf isch!"

Und jez, woni's sag und mit em vordere Finger's Zitli frug, wo 's Zeigcrli stand 's isch z'finster sürs Aug gsyUnd ivo's Zitli seit, 's gang ab den Oelfen, und woui50 's Pfifli nsc leng und denk: Jez trinki nv Tubak,

i nit vertschlof bim Blnest, se sangen uf eimvlIhrer zwee ue G'sprööchli a. I mein, i ha glaset!

Gell, i chumm hüt spoot? Drum isch a Meiddeli gstorbeZ'Mambach. 's het e Fieberli gha und leidigi Gichter.

55 's isch em wohl. Der Todesbecher hani em gheldet,

es ringer gang, und d'Auge haui em zuedrnckt

lind ha gseit: Schlof wohl! Mer wen di wecke, wenn's Zit isch.

Gang, und bis so guet und hol mer es wengeli Wasser

In der silberne Schale, i will jez mi Sagest dengle!"

60 Dengle? hani denkt, e Geist? und düselen nse.

Woni lueg, st sitzt e Chnab mit goldene FeggeUnd mit wißem Gwand und rostfarbigem GürtelSchön und lieblig do und nebenem brenne zwei Liechtli.

Alli guete Geister!" sagt,Her Engel! Gott grüeß di!"

65Loben ihre Meister!" seit druf der Engel,Gott dank der!"

Nüt für übel, Her Geist, und wenn e Frögli erlaubt isch,

Sag mer, was hcsch du denn z'dengle?"D'Sägese", seit er.

,,Jo, sel siehni", sagt,und ebe das möchti gern wisse,

Wozue du ue Sägest brnchsch."Zum Mäije. Was hesch gmeint?"70 Seit er zue mer. Druf sagi:Und ebe das möchti gern wisse",