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Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten der Schweiz / von Jakob Baechtold
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264
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Die Bürgschaft,

Und er kommt aus Ufer mit wanderndem Stab;

Da reißet die Brücke der Strudel hinab,

Und donnernd sprengen die WogenDes Gewölbes krachenden Bogen.

7. Und trostlos irrt er an Ufers Rand;

Wie weit er auch spähet und blicket

Und die Stimme, die rufende, schicket,

Da stößet kein Nachen vom sichern Strand,

Der ihn setze an das gewünschte Land;

Kein Schiffer lenket die Fähre,

Und der wilde Strom wird zum Meere.

8. Da sinkt er aus Ufer und weint und fleht,

Die Hände zum Zeus erhoben:

O, hemme des Stromes Toben!

Es eilen die Stunden, im Mittag stehtDie Sonne, und wenn sie niedergehtUnd ich kann die Stadt nicht erreichen,

So muß der Freund mir erbleichen."

9. Doch wachsend erneut sich des Stromes Wut,Und Welle auf Welle zerrinnet,

Und Stunde an Stunde entrinnet,

Da treibt ihn die Angst, da faßt er sich MntUnd wirft sich hinein in die brausende FlutUnd teilt mit gewaltigen ArmenDen Strom, und ein Gott hat Erbarmen.

10. Und gewinnt das Ufer und eilet fortUnd danket dem rettenden Gatte;

Da stürzet die raubende RotteHervor aus des Waldes nächtlichem Ort,

Den Pfad ihm sperrend und schnaubet MordUnd hemmet des Wanderers EileMit drohend geschwungener Keule,

11.Was wollt ihr!" ruft er, vor Schrecken bleich,Ich habe nichts als mein Leben,

Das muß ich dem Könige geben!"

Und entreißt die Keule dem nächsten gleich:

Um des Freundes willen erbarmet euch!"

Und drei mit gewaltigen StreichenErlegt er, die andern entweichen.