Am Waſſer.
38. Das Bächlein.
1. Tief in der Erde war einmal ein Waſſertröpflein.Weil es aber ſo dunkel in der Erde und das Waſſertröpfleinſo allein war, ſo gefiel es ihm nicht. Es ging in der Erdeweiter. Da traf es ein anderes Waſſertröpflein und noch einsund noch eins und immer mehr und mehr. Die gingen allemit ihm. Weil es nun aber ſo viele Tröpflein waren, ſohatten ſie große Kraft bekommen und ſagten: Wir wollen daoben ein Loch in die Erde bohren und hinausgucken, daßwir die Sonne ſehen können. Und ſie machten richtig ein Loch,guckten hinaus und ſahen die Sonne und den Himmel. O,wie war da alles ſo ſchön! Sie mochten aber nicht ſtille ſein,ſondern flüſterten und murmelten vor Freuden. Da kamennoch mehr Tröpflein hinterher; die hatten die Freude gehörtund wollten den Himmel auch ſehen.
2. Ei, das iſt eine klare Quelle! ſagten die munternKinder, die gerade da waren. Und ſie ſchöpften mit denHänden und tranken davon. Aber es floß immerfort Waſſeraus dem Loche. Da hatte es keinen Platz mehr, und dieerſten Tröpflein liefen weiter, und andere folgten hintennach.So gingen ſie wie eine Schlange ein Stücklein durch dasGras und kamen an den blauen und gelben, roten undweißen Blümchen vorüber. Die ſagten: O, wie ſchön, wieſchön! Da kommt ein Bächlein. Bleibe hier, liebes Bächlein,und ſpiele mit uns!
3. Nein, nein, ſagte das Bächlein; ich muß weitergehen.Und wie es ein Stückchen weiter kam, lief ein anderes