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Band I.
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ii4- Die Turniere.

Ein besonderer Glanz wurde dem Ritterwesen durch die Tur-niere verliehen, die mit dem 12. Jahrhundert allgemein gebräuchlichwurden. Sie fanden auf besondere Veranlassung oder bei Beleh-nungen, bei Vermählungen oder andern Hoffesten statt.

Ganz Deutschland zerfiel in vier Turnierbezirke: in den rhei-nischen, den bayerischen, den schwäbischen und den fränkischen,deren jedem ein Turniervogt vorstand. Die Bezirke teilten sichwieder in Unterbezirke mit Unterturniervögten. Die Vögte ludendurch offene Briefe, die von den Turnierherolden bestellt wurden,schon lange vorher zu den Kampfspielen ein. Fürsten, Ritter undDamen — ein jeder Ritter hatte das Recht, deren zwei mitzubringen —stellten sich dann von nah und ferne in so prächtigem Aufzugeein, als es Mittel oder Kredit erlaubten. Doch durfte nicht jederRitter ohne weiteres an dem Kampfspiele teilnehmen; vielmehrmusste er zuvor seine Turnierfähigkeit, d. h. seinen alten und reinenAdel und seine Unbescholtenheit vor dem Turniervogt erweisen.

Für die Fürsten und den Adel unter den Zuschauern wurdenrings um den Kampfplatz Bühnen aufgerichtet, die mit Tapetenbehängen und mit Bannern, Schildereien und Blumengewinden ge-schmückt wurden. Hier prangten die Damen im Schmucke derSchönheit und der reichen Tracht jener Zeit. Vor den Schrankendes Platzes stand dichtgedrängt das Volk.

In der Regel wurden die Kampfspiele mit einem Knappen-turnier, der sogenannten Turnierprobe, eröffnet, wobei Knappen mitleichteren Waffen nach Art der Ritter kämpften. Die Tapferstenunter ihnen erhielten oft die Ritterwürde und konnten sogleich andem Ritter- oder Meisterturniere, das einen bis drei Tage späterstattfand, teilnehmen.

Nachdem sie eine Messe angehört hatten, zogen die sämtlichenRitter mit einer Schar Trompeter an der Spitze langsam vor dieSchranken; sie waren vorn Kopf bis zum Fuss in Stahl gehüllt, mitprächtigen Federbüschen und Schärpen geschmückt und ritten aufRossen, die ebenfalls gewappnet und reich geschmückt waren;jedem Ritter folgten seine Knappen. Nachdem an den Schrankengenau untersucht worden war, ob ihre Waffen und überhaupt ihreganze Ausrüstung in Übereinstimmung mit den Turniervorschriftenseien, ritten sie auf den Turnierplatz hinein.

Die Kämpfe zerfielen im allgemeinen in Haufen- und Einzel-kämpfe und waren von verschiedener Art. Bei den Haufenkämpfen

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Schmid, Lesebuch I. 2. Aufl.

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