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Band I.
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packte er sogleich zwei der Gefährten und schmetterte sie gegendie Felsenwand, dass ihr Gehirn auf den Boden spritzte; dann risser sie in Stücke und ass sie zum Abendbrot, trank ein paar Eimervoll Milch dazu und legte sich dann nieder bei seinem Vieh, um zu5 schlafen.

Jetzt stieg der Gedanke in Odysseus’ zürnender Seele auf, demUngeheuer das scharfe Schwert durchs Herz zu bohren; allein wiehätte er dann aus der Höhle herauskommen wollen? Er erwartetedaher lieber den Morgen und sah mit Entsetzen, wie Polyphem nach10 verrichteten Hirtengeschäften abermals zwei seiner lieben Gefährtenzermalmte und frass, dann den grossen Stein wegstiess, die Herdezur Höhle hinaustrieb und den Stein wieder vorsetzte. Die armenGefangenen waren nun den ganzen Tag sich selbst überlassen undsannen auf Entwürfe, dem Riesen zu entkommen. Aber Odysseus15 wollte nur Rache, und unter vielen Plänen blieb er bei folgendemstehen:

In der Höhle lag gross und dick, wie ein Mastbaum, ein Oliven-stanun, den sich der Zyklop zur Keule dörren wollte. Von diesemhieb der Held das obere Ende ab, machte es spitz und härtete den20 Pfahl im Feuer, welches noch loderte. Hierauf verbarg er ihn indem dicken Miste, welcher durch die ganze Höhle gesät war, undverabredete mit seinen Gefährten, was am Abend geschehen sollte.

Der Abend kam, und der Zyklop kehrte mit seiner Herde in dieHöhle zurück, melkte, machte Feuer an und frass zwei Griechen anf,25 alles wie gewöhnlich. Da trat der schlaue Odysseus zu ihm mit einemhölzernen Becher, voll des trefflichen Weines, den er in einem ledernenSchlauche vorsichtig mitgenommen hatte. „Da, trink aus, Zyklop“!sprach er mit verstellter Vertraulichkeit; „auf Menschenfleischschmeckt der Wein gut“.

30 „Ja, wahrhaftig“! antwortete Polyphem; „du hast recht, unddieser Wein zumal schmeckt wie olympischer Nektar. Wir habenzwar hier auch Wein; der ist aber gar nichts dagegen. Schenk’ dochnoch einmal ein, kleiner Mensch, und sage mir bei der Gelegenheitdeinen Namen, damit ich ihn in Ehren halten und dich wieder be-35 wirten kann“!

Odysseus schenkte noch dreimal nacheinander den grossen Bechervoll und sagte endlich schlau: „Meinen Namen willst du wissen?Höre, ich habe einen kuriosen Namen; ich lieisse Niemand. — Aberwo bleibt nun die versprochene Bewirtung“ ?

40 „Die soll darin bestehen, mein lieber Niemand, dass ich dichzuletzt verzehre“. So sprach der Zyklop, legte sich nieder, und der