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stärksten Bäume aus der Erde, warf sie auf die Untiere und zün-dete dann den ganzen Holzstoss an. Aber von der Glut beganndie Hornhaut der Untiere zu schmelzen, und ein Strom von dieserMasse floss unter dem brennenden Haufen hervor. Neugierig tauchteSiegfried seinen Finger hinein, und siehe da: als er erkaltet war,hatte ihn eine undurchdringliche Hornhaut überzogen. Da bestrichsich der Held den ganzen Leib aus diesem trägen Strom, und soward er ganz mit Horn überzogen, also, dass ihn kein Schwertverwunden konnte; nur zwischen den Schultern blieb auf demRücken eine Stelle, die er nicht zu erreichen vermochte. An diesersollte er frühzeitig den Tod empfangen. Nach dem Volksbuch.
138. D’s Fliekichrut.
(Haslitaler Mundart.)
Über das bekannte Wolfsmilchkraut (Euphorbium) existiert imOberhaslital folgende Sage:
„Vor alten Zyten bet sich in der Triftlicken zwischem Gadmen-und Guettannental e grossi Alp usbreitet. Sie het rychlich Fuetterggän fir ne gwaltige Tschuppe (Herde) Chieh und Triecht (Klein-vieh). Me verzeih sich sogar, dass an sunnigen-n-Abhängen scheniWynstöck gwaxe sygen, wa alli Jahr die gresste Trybel zytigetheigi. Die Weiden sin bsunders dardir so ergibig gsin, wil dertes firnehms Chrut in grosser Mengi gwaxen ist: Süessmilchchruthet me däm gseit. D’s Veh het diz Chrut gar gern gfressen undist darvo in churzer Zyt sehen glatt und feiss worden und hetMilch ggän wie gwinscht, jede Chueh dry grossi Guseni (Eimer)voll im Tag; sie hein se au drymal miessen meldten.
Ob all dem Glick sin aber die Sennen geng pochner (über-mütiger) worden und hein zletzt ganz vergessen, von wem alligueti Gaben ehernen. Wenn sie fertig si gsin mit Hirten, so heinsie kein Sägen meh gsprochen. Wenn sie sich zum Tisch gsetzthein, old (oder) wenn sie hein ggässes ghäben, so hein sie d’sBäten unterlassen, wil sie gmeint hein, es chenn ene ja nit fählen.Wohl het menge alte Ma und mengi gottesfirchtige Frau die liecht-sinnigen Fäger gwarnet. Aber das het nyt abtreit; sie hein senumen usglachet. Zletzt hein die Burschen sogar in Wyn undMilch badet und d’Hitten mit de scheusten Chäsen untermuret undbim Ingang e Stägen dervo uftischet und se mit guldgälem Anken
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