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Band I.
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Schulmann und berief ihn zum Lehrer an das Gymnasium in Karls-ruhe, das ihn vor achtzehn Jahren als Schüler aufgenommen hatte.

Er trat die Stelle im Januar des Jahres 1792 an.

Der Abschied von Lörrach wurde ihm nicht leicht; denn nunmusste er sein liebes Heimattal aufs neue verlassen und die Freunde, 5die er sich hier erworben hatte. Der neue Verlust seines Heimat-glückes wurde ihm auch diesmal, wie früher, dadurch erträglich,dass er nicht rückwärts, sondern vorwärts schaute und mit ganzerKraft und neuem Mut sich in seine Schularbeit warf.

Auch in Karlsruhe kam er in angenehme Verhältnisse und 10fand gute Freunde; aber im Stadtleben ergriff ihn wieder die Sehn-sucht nach den grünen Matten, den dunkeln Wäldern und denBergen seines geliebten Wiesentales, wo er mehr als 20 Jahre seinesLebens zugebracht hatte. Immer und immer wieder zieht sein Ober-land wie ein verlorenes Paradies durch seine Tages- und Nacht- 15träume. Die Sehnsucht steigert sich zeitweise zum Heimweh. SeinePhantasie malt ihm die Natur und die Bewohner seiner Heimat inverschönerndem Lichte vor. In stillen Stunden fühlt er sich dorthinversetzt und fängt an, zu beschreiben und zu erzählen, was in ihmlebt und was er im Geiste sieht und hört: vorn Morgen- und 20Abendstern, von der Sonntagsfrühe, vorn Sommerabend, vorn Gewitter,vorn Winter, vorn Kirschbaum, vorn Spinnlein, vorn Knaben im Erd-beerschlag, vorn Wächter in der Mitternacht, von der Mutter amChristabend, von den Marktweibern in der Stadt usw. Wie einKind schaut er alles mit beglückten Augen an; das Kleine wird 25ihm wichtig, das Alltägliche wunderbar, das Grosse lieblich, dasHeilige traulich; über alles spricht er so, wie seine Landsleutereden oder wie er mit ihnen reden würde. So entstanden seine„Alemannischen Gedichte“, die er selbst einmal „Kinder des Heim-wehs“ genannt hat. Sie erschienen gedruckt im Jahr 1803. Und 30wie man aus einem scheuen Kinde nur mit Mühe ein Wörtleinherausbringt, so kostete es unendliche Mühe und viel Zuredensvon Seiten seiner Freunde, bis er seinen Schatz, sein „Wälderbüebli“,wie er die Gedichtsammlung nannte, vor die Augen der Welt stellte.

Die Gedichte machten grosses Aufsehen. Wer sie las, war 35hocherfreut, selbst Schiller und Goethe. Seine „guten Verwandten,Freunde und Landsleute zu Hausen im Wiesental“ aber, wo alle„Vornehmem“ Schriftdeutsch redeten, meinten anfangs, Hebel wollesie mit dieser „Bauernsprache“ verspotten, und drohten, ihm beimnächsten Besuche im Wiesental „die Beine abzuschlagen“, was toHebel grossen Spass machte. Sobald sie aber aufmerksam lasen

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