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Band I.
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234. Ein Schneeball.

nd immer schneit, schneit es! Heute ereignete sich nach Schlussder Schule ein hässlicher Vorfall mit dem Schnee. Kaum aufder Strasse angekommen, fing eine Schar Knaben an, Schneebälle ausdiesem wässerigen Schnee zu werfen, von dem sie fest und schwerwerden, wie Steine. Auf dem Trottoir passierten viele Leute. Ein 5Herr rief: „Werft sie weg, Jungen“! — Und gerade in demselbenAugenblicke hörte man einen lauten Schrei von der andern Seite derStrasse, und man sah einen Greis, welcher den Hut verloren hatteund taumelnd sich das Gesicht mit den Händen bedeckte. In seinerNähe rief ein Knabe: „Hilfe! Hilfe“! Sofort eilten von allen Seiten 10viele Leute herbei. Er war von einem Schneeball in ein Auge ge-troffen worden. Alle Knaben stoben wie Pfeile nach allen Seitenauseinander. Ich stand vor dem Laden des Buchhändlers, in denmein Vater getreten war, und sah mehrere meiner Kameraden eiligenLaufes ankommen und sich unter die andern mischen, die in meiner 15Nähe standen, scheinbar, um die Bücher und Bilder in den Schau-fenstern zu betrachten. Indessen hatte sich eine Menge Volkes umden Greis geschart, und ein Polizist und andere Leute liefen da unddorthin, drohend und rufend: „Wer ist’s? Wer ist es gewesen? Bistdu es? Sagt, wer es gewesen ist“! Und sie besahen den Knaben 20die Hände, ob sie vorn Schnee nass wären. Garoffi stand neben mir;ich bemerkte, dass er am ganzen Körper zitterte und im Gesichteweiss war, wie ein Toter. „Wer ist’s? Wer ist es gewesen“? riefendie Leute noch. Nun hörte ich, dass Garrone leise zu Garoffi sagte:„Nun geh’ und stelle dich! Es wäre Feigheit, einen andern ergreifen 25zu lassen“! „Aber ich habe es nicht absichtlich getan“, antworteteGaroffi, zitternd wie Espenlaub. „Ist gleichgültig; tue deine Pflicht“!antwortete Garrone. „Aber ich habe den Mut nicht“! — „Fasse Mut!

Ich begleite dich“! — Die Leute schrien immerfort laut: „Wer ist’s?Wer ist es gewesen? Sie haben ihm ein Brillenglas ins Auge ge- 30schlagen! Sie haben ihn geblendet“! Ich glaubte, Garoffi wolle in dieErde versinken. — „Komm“, sagte Garorne entschlossen zu ihm;„ich verteidige dich“, und indem er ihn an einem Arm ergriff, stiesser ihn vorwärts, ihn wie einen Kranken unterstützend. Die Leutesahen und verstanden es sofort, und mehrere eilten herbei mit er- 35hobenen Fäusten. Aber Garrone stellte sich dazwischen und rief:„Wie, zehn Männer gegen einen Knaben“ ? Nun blieben jene zurück,und ein Polizist ergriff Garoffi an der Hand und führte ihn, sich eineGasse durch die Menge bahnend, in den Laden eines Teigwaren-händlers, wohin sie den Verwundeten gebracht hatten. Als ich diesen 40