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Band I.
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246. Antwort des Vetters.

N., den 28. Juni 19 . .

Lieber Hans!

Dein Brief, den Du am 25. d. Mts. an meinen Vater geschrieben,hat uns alle, besonders aber mich sehr erfreut. Natürlich hat wederDeine Tante noch Dein Onkel etwas dagegen einzuwenden, dass Du 5zu uns kommst. Im Gegenteil, sie laden Dich recht herzlich ein, dieFerien bei uns zuzubringen. Wie aber freue erst ich mich auf DeineAnkunft! Ich langweile mich oft so sehr; denn meine Freunde wohnenalle ziemlich entfernt von uns, und die zwei Schwestern sind beiunsern Spielen nicht zu gebrauchen. Wenn Du aber erst hier bist, 10dann soll’s für uns zwei ein lustiges Leben geben, ein noch viellustigeres, als in den letztjährigen Ferien! Denn dass es uns hieran Stoff zu Arbeit und Spiel nicht fehlt, das weisst Du ja; stehenuns doch Haus, Hof, Feld und Wald zur Verfügung. So erfreue michdenn bald mit der Anzeige Deiner Ankunft! Natürlich kommst Du 15gleich am ersten Ferientag; ich werde Dich auf der Station abholen.

Herzliche Grüsse von meinen Eltern und Schwestern an Onkel,Tante und Dich, besonders aber

von Deinem Vetter

SS7

Fritz. 20

247. Was die kleine Lina über ihren Landaufenthalt anihren Lehrer in der Stadt geschrieben hat.

N., den 18. Juli 19 . .

Lieber Herr Lehrer!

Ihr liebes Briefehen hat mich sehr gefreut, und die Mamadankt Ihnen auch dafür. Wir hatten immer wundervolles Wetter,und ich habe es getreulich benutzt zum Spazieren, Herumspringen 25und „Schifflifahren“. Wir haben in der Nähe des Hauses einenschönen, grossen Wald mit vielen Beeren, Schwämmen, Blumenund Tieren. Darin führt eine tiefe Schlucht gegen den See hinab,in welcher eben schöne, starkriechende Zyklamen blühen. Auchgibt es da schöne, rote Fliegenschwämme, lange Hirschzungen-blätter und hie und da Einbeeren. Heute entdeckten wir auf einemSpaziergange Tollkirschen, und ich habe mir einige Blätter undBlüten gepresst. Auch kleine, blaue Glockenblümchen gibt es, dievorn Winde leicht hin und her bewegt werden; nur schade, dasssie nicht tönen; es gäbe ein feines Geläute. 35