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268. Wenn ich zwei Flügel hätt'!
in Schreibertein am Berge stand;
Gar trüb war ihm zu Sinne.
Sein Auge blickte unverwandtZur schneegekrönten Zinne.
Ein Seufzer stieg aus seiner BrustEmpor zur Bergeskette.
„Ach", rief es, „welche Himmelslust,
Wenn ich zwei Flügel hätte!
2. Es trüge mich der FlügelschlagZur höchsten aller Spitzen.
Ich tät den ganzen NachmittagVergnüglich droben sitzen.
Ich schaute auf das FelsenmeerMit Augen hell und munter,
Und wenn ich abends müde wär',
So flog' ich wieder 'runter".
3. Da kroch ein Männlein ellengroßAus einer Felsenspalten.
Sein Bart war grau, wie Lärchenmoos,
Sein Antlitz voller Falten.
Es wies empor zur Wand von Stein,
Nach Gletscher und nach FirneUnd tippte mit dem FingerleinBedeutsam aus die Stirne.
4. Und zu dem Schreiber sprach der Wicht:
„Hör', merke dir das eine:
Du bist einmal kein Vogel nicht;
Drum brauche deine Beine
Und mache dir das Herz nicht schwer
Mit Hoffen und mit Harren!
Es wachsen Flügel nimmermehrAn einem solchen Narren". '
Rudolf B a u m b a ch.1840-1905.