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269. Der kluge Pfifferling.
(Aus der Gesamtausgabe der Gedichte. Leipzig, 1903.)
Ifsftu: Zeiten einst, vor langen Jahren,Als Zwerge noch im Lande waren,
Herrscht' in Graubünden große Not;
Es wütete der schwarze Tod.
Wer morgens frisch und rosig war,
Lag abends auf der Totenbahr.
Vom Morgenrot zum AbendschimmernHört' man das Sterbeglöcklein wimmern.
Und weiter fraß die Pest umher,
Und ganze Höfe starben leer.
Kein Mittel konnt' das Unheil zügeln.
Es füllten sich mit schwarzen HügelnFriedhöfe bis an ihren Rand,
Und Not und Wehklag' war im Land.
Doch wunderbar: am Zwergenvolke,
Da ging vorüber diese Wolke;
Sie lebten, wie sie es gewohnt,
Und blieben von der Pest verschont,
So daß es klärlich lag am Tage,
Sie kannten Mittel für die Plage.
Doch, was das Zwergenvölklein weiß,Entlockt ihm weder kalt noch heiß.
Vergebens Bitten war und Fragen;
Denn keinem wollten sie es sagen,
Bis daß ein kluger BauersmannSich endlich eine List ersann.
Er kannte so ein kleines DingVon Zwerg, mit Namen Pfifferling,
Der oft die Ziegen ihm gehütet,
Was er dann also ihm vergütet,
Daß er auf einen Stein ihm legteDie Nahrung, dran der Zwerg sich pflegte.Ein Löchlein war in diesem Stein;
Das füllte dieser Mann mit Wein;
Veltliner war's von bester Sorte,
Und dann. verbarg er sich am Orte.
Das Zwerglein kam alsbald gegangenUnd sah den Wein an mit Verlangen.Doch sprach es allsofort zu sich:
40 „Ei, Pfifferling, nun hüte dich!
Schmd, Lesebuch I.
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