Band 
Band I.
Seite
387
JPEG-Download
 

387

85 Doch danach konnt ihr lange fragen!

Mein Lebtag werd' ich's euch nicht sagen!"Dann tanzt er um den Stein herum:

„Ja, Pfifferling ist nicht so dumm!

Und wer ihn zu belauern geht,

90 Hat nötig, daß er früh aufsteht!"

95

Der kluge Bauer lief zur StundeNach Hanse mit der frohen Kunde,

Und alle Leute eilig taten,

Was der Veltliner Wein verraten. —

So hat des Bauern PfiffigkeitDas Land vom schivarzen Tod befreit.

Heinrich Seidel.

1842.

270. Der Lrpenvaum.

1. Es gehen in der ChristenheitSeit ihrer ersten, frommen ZeitHebst seinem Evangelium

Vorn Heiland viele Reden um.

2. So gehet, wie ein frommer Traum,

Die Sage auch vom Efpenbaum

Seit jener Zeit bis diese Stund

'Hon Vvlk zu Volk, von Mund zu Mund.

3. Einst kam der Herr in einen "Waid;

Das merkten die Bäume alfobald,

Und alle in des Waldes Rund'

Verneigten schweigend sich zur Stund'.

4. Die Espe nur blieb ausrecht stehn,

Jlls hätte sie nicht den Herrn gesehn,

Und stand allein gar stolz und schlank;

Rein Blättlein tat nur einen Wank.

5. Da sah der Herr sie an und sprach:

„Weil du an Demut fpröd und schwach,

So brich fortan bei jedem Bug

Und zittre ob jedem Windeszug!"

6. Sie fing zu zittern an, und sieh,

Sei’s windstill auch, so zittert sie;

Und biegst du einen Zweig ihr frei,

Der spröde kracht und knellt 1 entzwei.

kn eilen, in der TOittel- und Otttchwei; gebräuchlich; der Berner tagt „(piepse“.