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273. Der Zweikampf. 1
(340 vor Chr.)
|Üie gebietende Stimme des Viktors ertönte„Im Namen des Konsuls ist heute verpöntBei Strafe des Beiles der Kampf in dem Feld,
Im Einzelgefecht, wie zu Scharen gesellt."
2. Aus der Pforte des Lagers, der offenen, sprengtEin Reitergeschwader, die Zügel verhängt;
Des Konsuls in Jugend erblühender SohnHat heute die Wache mit seiner Schwadron.
3. Und schon ist das feindliche Lager in Sicht:
Sie umkreisen es, aber verhöhnen es nicht;
Da reitet voran der latinischen Wacht
Ein bärtiger Hauptmann und spottet und lacht:
4. „Was üben die Jungen im Reiten sich hier?
Und wenn ich sie zähle, sind's drei oder vier;
Ihr niedlichen Buben, wie Mägdlein so zart,
Wann wird er euch wachsen, der fehlende Bart?
5. Wie lang ist es her, daß geworfen euch hatDie gierige Wölfin der römischen Stadt?
Kriecht unter die Mutter!" so lacht er und lacht,
„Und laßt mich mit Männern bestehen die Schlacht!"
6. Sacht reitet der zornige Römer im Schritt:
„Wir bringen dir morgen die übrigen mit;
Da werd' ich dich suchen; da find' ich dich schonUnd zahle mit Blut dir den blutigen Hohn!"
7. Rasch spornt der Latiner den Renner und spricht:„Ich sollte dich kennen, du glattes Gesicht!"
Dann reitet entgegen dem Römer er schnellUnd jubelt: „Was meinst int, mein junger Gesell?
8. Von heute bis morgen, das dauert zu lang;
Auf, reit mir entgegen und mach einen Gang!
Ihr andern von hinnen! Wir kämpfen zu zivei'n!
Was fährst du zusammen? Da steh' ich allein."
9. Wohl kehrt sich dem Römer das Herz in der Brust;Doch bleibt das Verbot ihm des Vaters bewußt ;
Hart reißt er den stampfenden Renner im Maul;
Auf bäumt sich mit flatternden Mähnen der Gattl.
i) Siehe den Bericht des Livins (VIII, e. 6—7.)