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Band I.
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Ein weißes, und spricht: „Das deutet Sturm,

Und niemand läutet doch heut vom Turm.

Kommt Sturm mit der springenden Flut im Bunde,Zerbricht es das ganze Eis in der Runde,

45 Und alle die fröhlichen, seligen Leute

Versinken in Schollen und Schäumen heute.

Ich will doch rufen, daß einer warnet,

Eh' alle des Todes Netz umgarnet".

Sie ruft: „Ist keiner, der hören will"?

50 Sie ruft; doch alles ist totenstill.

Es ist wohl niemand, niemand im Haus.

Da müht sie sich aus dem Bett heraus

Und kriecht zum Fenster auf Händen und Füßen;

Da muß der Frost es fest verschließen.

55 Das Volk darf auf dem Eise nicht bleiben!

Sie hat keine Rast; sie zerschlägt die Scheiben;

Sie ruft hinaus — sie winkt — sie schreit —

Zu schwach, zu matt! Ach, alle sind weit!

„Herr Gott, was fang' vor Leid ich an,

«0 Wenn ich das Volk nicht warnen kann?

Die Wolke wird größer, o bange Pein!

Sie werden alle verloren sein!

Ich kenne das Sturmgewölk genauAls leiderfahrene Schiffersfrau.

65 Wie rett' ich? Wie helf' ich? Gott, gib Licht!

Ich bin zu schwach; ich treffe das nicht".

Da zuckt ein Gedanke ihr durch den Sinn;

Sie müht sich kriechend zum Herde hinUnd faßt einen Brand und entzündet das Stroh70 Im Bett; das brennet lichterloh.

Sie ruft: „So schaff' ich ein Feuerzeichen!

Bald wird der Brand das Dach erreichen"!

Indem der Qualm das Zimmer füllt,

Ergreift sie den Mantel und stieht verhüllt;

75 Doch kam sie vor Alter nicht schnell von der Stelle;Nur langsam erreicht sie der Türe Schwelle.

Da schlägt die Lohe zum Dach hinaus.

„Leb' wohl, geliebtes Vaterhaus"!

Sie erreicht die Straße und ruht am Stein;

80 Da gewahren von weitem die Leute den ScheinUnd sagen: „Dort muß ein Feuer sein"!

Und rennen herzu. Alt Mütterchen schreit:

„Laßt das! Mit dem Feuer hat's gute Zeit.