Band 
Band I.
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452
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Drum wollt' ihr jedes ins Auge blicken,

Sie laben und herzen und süß erquicken.

Alt Mütterchen aber in FreudentränenSprach: „Niemand soll aus der Welt sich sehnen,

Und sei er noch so hoch betagt

Und siech und matt! Wer weiß, wer sagt,

Wozu der drobenIhn aufgehoben!

Laßt uns den Herrn des Himmels loben"!

August Kopisch.1799—1853.

329. Aus dem schlesischen Gebirge.

1. „Nun werden grün die Brombeerhecken;Hier schon ein Veilchen — welch ein Fest!

Die Amsel sucht sich dürre Stecken,

Und auch der Buchfink baut sein Nest;

Der Schnee ist überall gewichen;

Die Koppe nur sieht weiß ins Tal;

Ich habe mich vom Haus geschlichen;

Hier ist der Ort; ich wag's einmal: Rübezahl!

2. Hört er's? Ich seh' ihm dreist entgegen.

Er ist nicht bös! Auf diesen Block

Will ich mein Leinwandpäckchen legen;

Es ist ein richt'ges, volles Schock.

Und fein! Ja, dafür kann ich stehen!

Kein bess'res wird gewebt im Tal.

Er läßt sich immer noch nicht sehen!

Drum frischen Mutes noch einmal: Rübezahl!

3. Kein Laut!—Ich bin ins Holz gegangen,Daß er uns hilft in uns'rer Not;

O, meiner Mutter nasse Wangen!

Im ganzen Haus kein Stückchen Brot!

Der Vater schritt zu Markt mit Fluchen;

Fand' er auch Käufer nur einmal!

Ich will's mit Rübezahl versuchen.

Wo bleibt er nur? Zum drittenmal: Rübezahl!

4. Er half so vielen schon vorzeiten;Großmutter hat mir's oft erzählt;

Ja, er ist gut den armen Leuten,

Die unverschuldet Elend quält.