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10. „Lieber als der schönste Blütenstrauß,
Wär' mir jetzt ein saft'ger Beeren schmaus".
11. „Schau, o schau die weite Aussicht hier!Schönres find'st du nirgends, sag ich dir"!
12. „Gar nicht übel ich die Aussicht fänd',
Wenn zur Stell' ein gutes Wirtshaus stand'"!
13. Seit' an Seit' auf moosbewachs'nem SteinRuhn zwei Wandrer hoch am Hügelrain.
14. Einer klagt, er sei vom Durst so matt;
Einer trinkt sich froh an Schönheit satt.
Gottlieb Lüthi.
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347. Zu Schillers Gedächtnis.
Rings strahlten die Berge im neuen Schnee.Sie fuhren über den Urnersee,
Hans Truttmann, der Bauer, und sein Bub,Und schwere Furchen ihr Ruder grub.
Doch als sie kamen zum Mythenstein,
Da stand ein Name gerissen ein,
Gegraben tief und mit goldenem Stift.
Im Spätlicht schimmerte die Schrift:
„Dem Sänger Dells". — Der Knabe las,Und sacht glitt der Nauen vorbei, fürbaß.
Der Knabe ann und hob das Gesicht;
Er an nie den Dell, seinen Sänger nicht.
Er sah ins Blaue; dann fiel ihm ein:
„Ihr, Vater, was meint die Schrift am Stein" ?15 Es blickte der Alte ihn seltsam an,
Begann: „Es lebte ein deutscher Mann".
Besann sich: „Sind hundert Jahre hin",
Fuhr fort: „Lern fleißig, dann kennst du ihn".Und Plötzlich glomm ihm die Wange rot:
20 „Sieh, Bub, wie der Urirotstock loht!
Und wie die Bauen 1 im Schatten stehn!
Wie schwarze Warten sind sie zu sehn!
Es dunkelt der See! Es schimmern die Höhn!Sieh vor dich, Bub! Ist das nicht schön?
2b Und das ist die Heimat, Bub, und frei,
Und wie sie teuer und herrlich sei,
*Die Bauen-Stöcke oberhalb dem Dorfe Bauen.