Band 
Band I.
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35f. Morgenlied.

Die Sterne find erblichenMit ihrem goldnen Schein;

Sold ist die Nacht entwichen;

Der Morgen dringt herein.

2. Noch waltet tiefes Schweigen3m Tal und überall;

Auf frischbetauten ZweigenSingt schon die Nachtigall.

3. Sie finget Lob und EhreDem hohen Herrn der Welt,

Der über Land und MeereDie Hand de; Segen; hält.

4. Er hat die Nacht vertrieben;Ihr Nindlein, fürchtet nicht;!

Stet; kommt zu seinen LiebenDer Vater alle; Licht;.

A. Ejoffmanrt (von Fallersleben).( 798 — ( 87 <*.

552 . Ssnntagsfrühs.

f. Der Samstig het zum Sunntiggseit:

„ 3^3 hani alli schloss gleit;

Si fin vom Schaffe her und hiGar sölli müed und schlöfrig gsi,Und's goht mer schier gar selber so;3 cha fast uf ke Bei me stoh".

2. So seit er, und wo's zwölfi

schlacht,

Se sinkt er aben in d'Utitternacht.Der Sunntig seit: „Je; isch's an mir" !Gar still und heimli bschließt er Tüür.Er düslet hinter de Sterne noUnd cha schier gar nit obsi cho.

3. Doch endli ribt er d'Auge-n-us;Er chunt der Sunn an Tüür und Hus;Si schloft im stille Ehämmerli;

Er xöperlet am Lädemli;

Er rüeft der Sunne: „D'Iit isch do"!Si seit: „3 chumm ananderno". —

4. Und lisli uf de Zehe gohtUnd fründli uf de Berge stohtDer Sunntig, und 's schloft alles no;Es sieht und hört en niemes goh;Er chunt ins Dorf mit stillem TrittUnd winkt im Gul: „verrot mi nit"!

5. Und wemmen endli au erwachtUnd gschlofe het die ganzi Nacht,

50 stoht er do im SunneschiUnd luegt eim zu de Fenstre-n-iMit sine-n-Auge mild und gutUnd mittem Uteien ufern fjut.

6. Drum meint er's treu, und was

i sag',

Es freut en, wemme schloss magUnd meint, es feig no dunkel Nacht,Wenn d'Sunn am heitere Himmellacht.

Druni isch er au so lisli cho;Drum stoht er au so liebli do.

7. Wie glitzeret uf Gras und Laubvom Utorgetau der Silberstaub IWie weift e frische Uteieluft,

voll Lhriesiblust und Schlecheduft!Und d'Zmmli sammle flink und frisch;

51 wüsse nit, aß 's Sunntig isch.

8. Wie pranget nit im GartelandDer Thriesibaum im Uteiegwand,Gel-Veieli 1 und Tulipa

Und Sterneblueme nebe draUnd gfüllti Zinkli^ blau und wyß!Ute meint, me lueg ins Paradies I

Gel-Veieli: Goldlack; 2 Jinkli: Hyazinthen.