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Band I.
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365. Gstern.

Hört ihr's? — 'S ist Gstern heut' ! — Lichtwellen flutenHinein ins Land, das aus dem WintertraumeSich langsam hebt, und es will Frühling werden ISchon küßt die Sonne weich den Schnee der Firne.

5 Schon leuchtet's heiß dort um der Berge Spitzen;

Schon grünt's am Hang, und in den Lüften jubeltEin frühes Dögelein sein Lenzeslied.

'S ist Gstern heut'l Die Glockenstimmen tragenHinaus die Kunde über Berge, Täler10 Und rufen zu den stillen Gotteshäusern

Der Beter fromme Schar, den Tag zu feiern.

Dort oben aber wölbt in blauen GründenSich unerforschlich, wundertief der Himmel.

Dort schaut hinein, ihr wintermüden Kinder15 Der Sorge, ihr, die ihr auf keines FrühlingsWiederkommen hofftet, schaut dort hinein!

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In blauen WolkenweltenSeht ihr ihn wandeln, zu euch niederblickenDen Auferstandenen, Christus, den Herrn?

Er neigt sein Haupt; er breitet seine HändeZum Segen über euch, erlöste Kinder.

Lr spricht zu euch; hört ihr's? — Die Winde brausenDie Worte nach, und wider hallt's auf Erden:

„'S ist Gstern heut', und es will Frühling werden"!

Ernst Zahn.1867.

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366. Sommermorgen im Gebirge.

Miefstill noch ist's. — Es zieht der Strom zu Tale,

Und Well' um Welle wandert traumbefangen,

Als trügen sie zum allerersten Male,

Des Brausens müd', nach Ruhe ein Verlangen.

2. Ein Säuseln geht nur durch die düstern TannenGeheimnisvoll, wie einer Elfe Schreiten,

Und unergründlich, lichtverheißend spannenSich droben aus des Himmels blaue Weiten.

3. Da sieh! — Im Ost ein Leuchten und ein Schweben!Die Firne tauchen aus den Nebelschleiern;

Es will die Gletscherfee ihr Haupt erheben,

Der goldnen Sonne Einzug mitzufeiern.