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mit Korn beladene Wagen; die Bauern aber, denen die Wagengehörten, standen dicht beisammen und sprachen heftig miteinander.Um die Ursache befragt, antworteten sie dem Kaiser: „Hier wartenwir schon sehr lange und haben noch einen Rückweg von achtStunden zu machen." ■— „Das ist wahr," setzte der anwesendeAmtsschreiber hinzu, „und außer ihnen warten noch die Einwohnerdes Ortes seit mehreren Stunden vergeblich auf die Austeilungdes Getreides." Der Kaiser, der nur einen einfachen Ober-rock trug, trat darauf mit dem Amtsschreiber in das Haus undsprach zu dem Amtmann, der eben große Gesellschaft hatte: „Ichbin kaiserlicher Offizier und möchte Sie ersuchen, die armen Leutedrunten abzufertigen, die schon so lange gewartet haben." — „DieBauern können noch länger warten," versetzte der Amtmann, „ichwerde mich durch sie nicht in meinem Vergnügen stören lassen."— „Aber man muß doch menschlich sein und die Leute nicht ohneNot plagen." — „Sie haben mir keine Lehren zu geben, meinHerr! Ich weiß, was ich zu tun habe." — „Nun denn," rief derKaiser entrüstet, „so muß ich Ihnen sagen, Herr Amtmann, daßSie mit dem Korn und dessen Austeilung gar nichts mehr zuschaffen haben. Sie sind von dem Kaiser, den Sie hier vor sichsehen, als ein Unwürdiger Ihres Amtes entsetzt. Die Verteilungaber besorgen Sie, Herr Amtsschreiber; Sie sind von heute anAmtmann!" (Andreas.)
106. Siegfrieds Schwert.
1. Jung Siegfried war ein stolzer Knab’,Ging von des Vaters Burg herab.
2. Wollt’ rasten nicht in Vaters Haus,Wollt’ wandern in alle Welt hinaus.
3. Begegnet ihm manch Ritter wertMit festem Schild und breitem Schwert.
4. Siegfried nur einen Stecken trug,
Das war ihm bitter und leid genug.