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Stellen ruht er aus, schlüpft aus den Tragriemen der Tanseund stellt diese hin an einen Tannenstamm. Dann sperbertsein munteres Auge umher. Er jagt etwa ein Haselhuhn ausdem Busch, er schmückt sich sein zerdrücktes Hütlein mitAlpenrosen und Bergastern, schaut den farbigen Regenbogenzu, die sich im Wasserstaub eines Bergbaches bilden undbald wieder verschwinden, er schneidet einen derben Stockfür sein Brüderchen und lockt ein Zicklein herbei, das neu-gierig hinter einem Felsen hervorguckt. Doch die Sonnesteigt höher, aus den Häusern im Tal sieht er den Rauchaufsteigen. Schnell das Tansli wieder auf den Rücken ge-nommen und dem Dorf entgegen, wo er sein muß, bevordie Frauen den Kaffee gemacht haben. Er langt dort an undgibt in den Häusern den Kunden die Milch ab. Dann eilter lustig zur Großmutter, zieht schnell seine bessern Kleideran, und punkt acht Uhr ist er in der Schule. Aufgabenmachen, Auswendiglernen, kann der Milchbub freilich nicht,das weiß der Lehrer und straft ihn nicht; aber er paßt aufund lernt so gut, oder besser als die Knaben, die eben erstaus den Federn gekrochen sind; denn er ist frisch und auf-geweckt.
Bei der Großmutter ißt er wacker zu Mittag; alles schmecktihm, so einfach es auch sein mag. Gegen Abend hängt erdas Tansli wieder auf den Rücken, in das die Großmutterdieses und jenes packt, was der Vater droben auf dem Bergebraucht. Dann fort, die Bergwiesen hinan, hinauf durchden jähen Wald, bis er nach vier langen Stunden, die ihmvorkommen wie ein Augenblick, auf der Alp anlangt unddem Vater noch in diesem und jenem behilflich ist. — Sotreibt er’s tagtäglich den Sommer hindurch. Und wenn auchder Gewitterregen niederrauscht, wenn der Donner an denFlühen und in den Klüften kracht, wenn der Sturmwindsaust: er muß doch hinab und wieder hinauf, und er tut esunverdrossen; denn es ist eine Ehre für ihn, der Milchbubzu sein. Auf dem Herbstmarkt schenkt ihm einer seiner
Sekundariesebuch I.
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