Band 
Dritter Teil.
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Im nordöstlichen Deutschland, das sie durchzogen, hattensie oft keine andere Speise als Zwiebeln, Eicheln, Holzapfelund dergleichen. In Breslau ernährte Thomas sich und seinenSchutzherrn lange Zeit durch Almosen; auch hier bekam erreichlicher als andere Studentlein, weil sein Schweizerdeutschden Leuten gefiel. Ja, ein reicher Deutscher aus der Familieder Fugger wollte ihn, eben weil er ein Schweizer wäre, anKindes Statt annehmen. Das gab aber der Vetter Paulusnicht zu; der brauchte ihn nötig und hatte auch gelobt, ihnwieder heim ins Walliserland zu bringen.

Außer der Armut plagten den kleinen Schweizerknabennicht selten auch Krankheiten, so daß er im Spital ein Unter-kommen suchen mußte.

Kreuz und quer strichen diese sogenannten Schüler indeutschen Landen umher, ohne viel zu lernen. Allmählichging es wieder heimwärts; doch in München blieb Platterwieder hangen und suchte sich hier ein Unterkommen alsKnecht bei einem Seifensieder: er wollte lieber etwas ver-dienen, damit er vorn Bettel loskomme und in der freien Zeitdie Schulen besuchen könne. Er mußte also auf die Dörferhinaus und für seinen Seifensiedermeister Asche einkaufen.Nun ist München gerade so weit vorn Alpenland entfernt, daßman bei hellem Wetter die schneeigen Gipfel der bayrischenAlpen erblicken mag. Da mochte es dem Walliserknaben,der sich schon fünf Jahre in der Fremde umhergetriehen,doch manchmal das Herz schwer machen, wenn er südwärtsschaute und die Abendsonne die Firnen vergoldete: es mochteihm heiß werden in den Augen, daß er die Tränen nicht zu-rückhalten konnte vor Sehnsucht nach dem lieben Schweizer-land. Mutig machte er sich mit seinem Vetter auf den Wegund wanderte der Schweiz und dem Vispertale zu.

Doch bald ergab er sich wieder dem Wanderleben mitderselben Pein des Elends und der Ruhelosigkeit. So sehrkam der arme Bettelstudent in die Not, daß er oft auf denGassen den Hunden die Knochen abjagte, um nur den bittersten